Keine Vorfahrt für Daten: Google dementiert Einigung

Der Suchmaschinenanbieter will nicht für eine Vorzugsbehandlung seiner Dienste bezahlen. Google-Vertreter sprechen sich bei Twitter für ein offenes Internet aus. CEO Eric Schmidt bestreitet Meldungen über Verhandlungen mit Verizon nicht.

Netzneutralität

Google hat mit einer kurzen Twitter-Nachricht einen Bericht der New York Times über ein Abkommen des Unternehmens mit dem Provider Verizon zur Netzneutralität dementiert. Man werde keine Gebühren an Verizon zahlen, um eine Vorzugsbehandlung für die eigenen Web-Dienste zu erhalten.

Bloomberg und andere Medien hatten gemeldet, dass Google und Verizon kurz vor dem Abschluss eines Abkommens zur Netzneutralität stünden. Netzneutralität bedeutet, dass alle Web-Dienste bei der Übertragung über ein Breitbandnetzwerk gleich behandelt werden. Verizon und andere Provider würden jedoch gerne einige Internet-Anbieter dafür zur Kasse bitten, dass ihre Inhalte schneller übertragen werden.

Google und Verbraucherschützer hatten sich bislang immer gegen diese von den Providern vorgeschlagenen Kostenmodelle ausgesprochen. In diesem Sinne postete Googles Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit eine Mitteilung bei Twitter, in der sie bestreitet, dass man Verizon für eine Vorzugsbehandlung bezahlen wolle: „Die New York Times hat unrecht. Wir haben keine Verhandlungen mit Verizon über eine Bezahlung für unseren Traffic. Wir sind weiter auf der Seite eines offenen Internet.“

Google-CEO Eric Schmidt seinerseits hat auf einer Pressekonferenz nicht bestritten, dass Google und Verizon über diese Fragen verhandeln.

Verizon erklärte ebenfalls, dass der New-York-Times-Bericht falsch sei. Was genau verkehrt ist, blieb aber unklar: „Der New-York-Times-Bericht über Verhandlungen zwischen Google und Verizon ist falsch“, schreibt ein Unternehmenssprecher in einem Blog-Beitrag. „Es gibt ein grundsätzliches Missverständnis über unser Verhandlungsziel. Wie wir schon in unseren früheren Stellungnahmen für die Federal Communications Commission (FCC) erklärt haben, wollen wir einen Rahmen von Internet-Regeln, der Offenheit und Verantwortlichkeit garantiert, detaillierte FCC-Kompetenzen beinhaltet und Investitionen sowie Innovationen sichert. Die Behauptung, dass es um ein Geschäftsabkommen zwischen unseren Unternehmen gehe, ist komplett falsch.“

Im Bloomberg-Bericht war nichts über Zahlungen von Google gestanden. Hier hieß es, dass man in einem Abkommen zwischen den beiden Unternehmen Netzneutralität bei Festnetzverbindungen vereinbaren wolle. Bei Mobilfunkverbindungen dürfte Verizon aber zwischen verschiedenen Diensten unterscheiden. Dieser Bericht wurde von Google noch nicht dementiert. Bislang liegt auch noch keine Klarstellung des Unternehmens vor.

Die FCC, die amerikanische Telekommunikationsbehörde, hatte bis vor kurzem über Regeln zur Netzneutralität mit Providern und IT-Unternehmen, darunter Google und Verizon verhandelt. Wie mehrere amerikanische Medien berichten, wurden diese Verhandlungen jetzt aber nach Berichten über ein Sonderabkommen zwischen Google und Verizon abgebrochen.

Themenseiten: Breitband, Gerichtsurteil, Google, Internet, Kommunikation, Politik, Verizon

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