Saudi-Arabien blockiert Blackberry-Dienste komplett

Die Sperre beginnt diesen Freitag. 700.000 Nutzer sind betroffen. Blackberry-Hersteller Research In Motion hält sich der staatlichen Kommunikationsbehörde zufolge nicht an die Sicherheitsbestimmungen.

Ab Freitag werden alle Blackberry-Dienste in Saudi-Arabien gesperrt. Das hat die nationale Communications and Information Technology Commission (CITC) angeordnet, wie Aljazeera unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtet. Die Sperre betrifft etwa 700.000 Blackberry-Nutzer.

Die CITC habe die drei saudi-arabischen Mobilfunkprovider angewiesen, vorerst alle Blackberry-Services einzustellen, weil diese „derzeit den Lizenzanforderungen der Regierung nicht genügen“. Bereits vor über einem Jahr habe die CITC die Saudi Telecom, Mobily und Zain Saudi Arabia sowie Blackberry-Hersteller Research In Motion dazu aufgefordert, die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten.

Am Montag hatte die Regulierungsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) angekündigt, ab 11. Oktober RIMs E-Mail-, Instant-Messaging- und Internetdienste zu sperren. In den VAE sind voraussichtlich rund 500.000 Blackberry-Nutzer betroffen.

Saudi-Arabien plante einem Reuters-Bericht zufolge zunächst nur, die Instant-Messaging-Funktion von Blackberrys zu deaktivieren. Beide Staaten begründen ihr Vorgehen mit Sicherheitsbedenken. Die VAE hätten seit 2007 mit RIM darüber verhandelt, wie der Blackberry-Dienst an die Telekommunikationsregeln des Landes angepasst werden könne, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten Pressemitteilung der Regulierungsbehörde.

„Blackberry-Daten werden sofort außer Landes gebracht, wo sie von einem ausländischen Unternehmen verwaltet werden.“ Dies sei in den VAE derzeit nur bei den Blackberry-Diensten der Fall. Bestimmte Dienste ermöglichten es Nutzern, Daten auszutauschen, ohne dass sie rechtlich zur Verantwortung gezogen werden könnten. Daraus ergäben sich auch juristische und soziale Probleme.

Die Sperren sind das jüngste Kapitel eines schon länger andauernden Disputs zwischen dem kanadischen Handyhersteller und den Regierungen der arabischen Länder. Im vergangenen Jahr hatte der staatliche Mobilfunkanbieter Etisalat Blackberry-Nutzer aufgefordert, einen angeblichen Performance-Patch zu installieren. RIM stufte das Update als Spyware ein und sagte, es ermögliche unerlaubte Zugriffe auf persönliche und vertrauliche Daten. Etisalat wies die Vorwürfe damals zurück. Trotzdem stellte RIM eine Anleitung zur Entfernung des Patches bereit.

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