FSFE kritisiert ODF-Einsatz bei deutschen Behörden

Nur 2 von 87 nutzen Offene Standards. Dadurch werden die Bürger dazu gezwungen, proprietäre Standards für die Kommunikation mit Behörden zu nutzen. Diese sind laut der FSFE "ineffizient".

Nur sieben Behörden antworteten auf die Anfrage der FSFE.

Nur 2 von 87 Behörden in Deutschland nutzen derzeit Offene Standards, wie es die Bundesregierung seit Anfang des Jahres vorschreibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Free Software Foundation Europe (FSFE).

Nur das Bundeskanzleramt sowie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seien der Aufforderung der FSFE nachgekommen, eine E-Mail mit einem Dokument im Open Document Format (ODF) zu beantworten, um ihre Konformität unter Beweis zu stellen. Fünf Behörden schickten Antworten, wenngleich nicht im geforderten Dateiformat. 80 weitere öffentliche Institutionen reagierten nicht auf die Anfrage der FSFE.

„Obwohl die Bundespolitik vernünftigerweise auf Offene Standards für Interoperabilität, Barrierefreiheit und Sicherheit setzt, wird deutlich, dass die meisten Behörden immer noch ineffiziente proprietäre Formate einsetzen“, sagte FSFE-Präsident Karsten Gerloff. Die deutschen Bürger würden dadurch dazu gezwungen, in ihrer Kommunkation mit Behörden proprietäre Standards zu nutzen.

Laut FSFE verlangt der Rat der IT-Beauftragten seit Anfang 2010 von staatlichen Dienststellen, das ODF zu unterstützen. Die Behörden sollen gemäß der Richtlinie in der Lage sein, das offene Dateiformat zu lesen, abzuspeichern und zu verschicken.

ODF werde weltweit von einer wachsenden Zahl öffentlicher Institutionen eingesetzt, heißt es vonseiten der FSFE. Zusätzlich sei es der vorgeschriebene Standard für die Kommunikation zwischen den 26 Nato-Mitgliedsstaaten. „Insgesamt ist es noch ein weiter Weg, bevor die Praxis der Richtlinie für ODF im öffentlichen Sektor entspricht“, sagte Matthias Kirschner, Deutschland-Koordinator der FSFE.

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