SAP macht Druck auf die Druckkosten

Softwarepartner sollen sicherstellen, dass SAP-Kunden Millionen beim Output sparen - und Druckjobs aus SAP-Anwendungen tatsächlich auch gedruckt werden. Die Vermarktung übernimmt ein Team von SAP-Beratern. Wettbewerber sind die Serviceabteilungen der etablierten Drucker- und Kopiererhersteller.

Wenn sich eine SAP-Anwendung nicht mit der Druckinfrastruktur versteht, kann es für Unternehmen heikel werden. Lieferscheine, Rechnungen oder Barcodes – kann der Drucker mit den SAP-Daten nichts anfangen, bleibt schnell der ganze Betrieb stehen. Trotzdem befasste sich SAP mit dem Output-Prozess geschäftskritischer Daten bisher nur am Rande. Das soll sich jetzt ändern. Output wird mit dem SAP-Beratungsprogramm Output Factory zum festen Bestandteil des Portfolios der Walldorfer.

Mit dem Schritt von SAP wird es in der Output-Management-Branche noch etwas enger. Eigentlich wird Output Management von Hardware-Anbietern wie HP, Xerox, Konica Minolta, Ricoh und anderen beherrscht. Dazu kommen zahlreiche Software-Spezialisten, die sich um die Dokumentenaufbereitung und -verarbeitung bis hin zum Druck kümmern. Nahezu alle verkaufen ihre Produkte mit dem Argument, dass Druck- und Dokumentenkosten zu hoch seien, sie das aber ändern könnten.

Das ist auch bei SAP nicht anders. Es will mit seinem Beratungs-Know-how und seinem Zugang zu den Chefetagen, Unternehmen das Sparen durch die Optimierung der Dokumenten- und Druckprozesse beibringen. Dazu baut der Softwareriese auf die technische Expertise von Partnern. Die SAP Output Factory soll sparen, indem Dokumenten- und Druckprozesse standardisiert, verschlankt und zentralisiert, der Druck zuverlässiger und das Druckvolumen geringer werden.

Laut dem verantwortlichen SAP Business Development Manager Lukas Bretschneider arbeiten derzeit rund 14 Mitarbeiter im Projekt Output Factory. Zielgruppe der Walldorfer sind nicht nur Großkonzerne, sie möchten auch den Mittelstand erreichen. „Für uns ist weniger die Unternehmensgröße entscheidend, als die Frage, ob das Drucken einen geschäftskritischen Prozess in der Unternehmung darstellt. Das trifft auf fast jede Firma zu“, so der SAP-Berater.

ROI in sechs Monaten

Die SAP Output Factory wird zum Fixpreis angeboten. Dessen Höhe hängt vom Aufwand und der Projektgröße ab. Letztere wird in einem Workshop ermittelt. Auch für die Beratung fällt ein Festpreis an. SAP verspricht eine Refinanzierung der Beratungskosten (ROI) in der Regel binnen sechs Monaten nach Inbetriebnahme des Output-Management-Systems.

Allerdings dürfte die Anfangsinvestition für ein gedämpftes Interesse sorgen. Alleine die Software-Lizenzkosten der Output-Factory-Partner sidn für viele kleine Mittelständler sicherlich zu hoch.

Derzeitige Partner der SAP-Output-Factory sind Adobe, Streamserve und LRS (Levi, Ray&Shoup). Adobe steuert die Software SAP Interactive Forms bei, die das Erstellen und Nutzen von interaktiven, flexiblen Dokumente unterstützen soll. Streamserve (SAP Document Presentment) wird vorzugsweise bei der Dokumentenerstellung eingesetzt. Und die Software VPSX von LRS soll für den reibungslosen Spool-Prozess und die Hardware-Überwachung sorgen.

Themenseiten: Drucker, IT-Business, Mittelstand, SAP, Strategien

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