Bericht: Softwarefehler verhindert Steuerrückzahlungen

Erneut macht die Abgeltungssteuer Probleme. Die Finanzämter können die relevante Anlage KAP oft nicht bearbeiten. Laut Steuerberaterverband sind mindestens eine Million Steuerzahler betroffen.

Schmuckbild Geld

Hunderttausende Privatanleger müssen derzeit offenbar darauf warten, dass sie zu viel gezahlte Steuern zurückbekommen. Grund ist nach Informationen der Financial Times Deutschland eine Softwarepanne. Sie betrifft vor allem die neue Abgeltungssteuer.

Leidtragende sind demnach Anleger, die in ihrer Steuererklärung die Anlage KAP (Einkünfte aus Kapitalvermögen) ausgefüllt haben. In vielen Fällen seien die Computer der Finanzämter nicht in der Lage, diese Erklärungen zu bearbeiten.

Eigentlich sollte der Systemwechsel durch die Anfang vergangenen Jahres eingeführte Abgeltungsteuer helfen, die Versteuerung von Aktiengewinnen und Zinseinkünften zu vereinfachen. Stattdessen verzögert sich bei vielen Kleinanlegern die Steuerrückzahlung nun schon seit Monaten.

Bereits im Frühjahr waren Großbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank mit der Umstellung ihrer IT-Systeme überfordert. Kunden erhielten ihre Steuerbescheinigung verspätet – und konnten ihrerseits ihre Steuererklärung nicht rechtzeitig beim Fiskus abgeben.

Nun sind offenbar die Finanzämter selbst mit der Systemumstellung überfordert. Dort heiße es zwar, es gehe nur um „Einzelfälle“. Der Deutsche Steuerberaterverband dagegen schätzt nach Angaben des Blatts, dass mindestens eine Million Steuerzahler betroffen sind.

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