Disney-Forscher verbessern 3D-Nachbearbeitung

Mit der neuen Methode könnten auch 2D-Bilder künftig leichter in 3D umgewandelt werden. Sie ist auch für 3D-Liveübertragungen im Fernsehen geeignet. Betrachter bekommen von bearbeiteten Filmen weniger häufig Kopfschmerzen.

Disney Research arbeitet daran, 3D zu verbessern.

Forscher von Disney Research Zürich haben Algorithmen für die digitale Nachbearbeitung von 3D-Filmen entwickelt. Damit könnten zukünftig auch zweidimensionale Bilder leichter in 3D umgewandelt werden, berichtet die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH).

„Die gesamte Produktionskette, von den hochkomplexen 3D-Kameras über die Signalverarbeitung bis hin zur Ausstrahlung der Bilder über autostereoskopische LCDs, stellt uns vor komplett neue Herausforderungen“, sagt Aljoscha Smolic, Mitglied der Forschungsgruppe von Disney Research, einer Industriekooperation der ETH Zürich mit Walt Disney im Bereich Videotechnologie.

In den Originalbildern sei der 3D-Effekt häufig zu stark und könne das menschliche Gehirn überfordern, denn: Je größer die Disparität der stereoskopischen Halbbilder, desto stärker ist der dreidimensionale Effekt. In der Vergangenheit lösten Kino-Experimente teilweise Übelkeit und Kopfschmerzen bei den Zusehern aus, weil die Diskrepanz zu groß war.

Smolic und sein Team haben einen Weg gefunden, die Disparität nachträglich zu verändern (PDF). Mit Hilfe von eigens entwickelten Algorithmen können sie Bildpunkte neu berechnen, die Veränderungen auf einzelne Bildebenen beschränken oder die Tiefenstruktur von bestimmten Objekten verändern.

Mit Smolics Algorithmen lassen sich allzu große Disparitäten bei 3D-Bildern leichter bereinigen (Bild: Disney).
Mit Smolics Algorithmen lassen sich allzu große Disparitäten bei 3D-Bildern leichter bereinigen (Bild: Disney).

Ein mögliches Einsatzgebiet für die Technik wäre die 3D-Fernseh-Liveübertragung. Werden stereoskopische Kameras verwendet, ist es schwierig, den 3D-Effekt ständig manuell zu regulieren. Die Bewegungen der Spieler sind zu rasch. Ein in die Kamera eingebauter Chip könnte die Disparität bei der Aufnahme in Echtzeit regulieren. Auch in LCD-Fernsehern könnte ein solches Element verbaut werden – und fehlerhafte 3D-Produktionen korrigieren.

Weil die Filmproduktion mit stereografischen Kameras nach wie vor aufwändig und teuer ist, filmen viele mit herkömmlichen Kameras und wandeln die Bilder nachträglich in 3D um – so geschehen etwa bei Tim Burtons „Alice im Wunderland“. Dafür erstellen Programmierer am PC für jedes Bild eine leicht verschobene Kopie. Diesen Prozess könnten Smolics Algorithmen deutlich beschleunigen.

Die Forscher haben bereits Pilotsysteme entwickelt und getestet. Einige bearbeitete Filmsequenzen sind hier zu sehen.

Themenseiten: 3D-Content, Forschung, Grafikchips, Software

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