Bericht: Chinesische Regierung schließt Dutzende Blogs

Zahlreiche kritische Autoren und Rechtsanwälte können nach eigener Aussage nicht mehr auf ihre Blogs zugreifen. Erstmals sind auch Microblogging-Dienste betroffen. Allein beim Service Sohu sollen 61 Blogs nicht mehr erreichbar sein.

Das Portal Sina gehört zu den jetzt gesperrten Blogging-Sites (Bild: Sina).
Das Portal Sina gehört zu den jetzt gesperrten Blogging-Sites (Bild: Sina).

Die chinesische Regierung hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) auf einen Schlag Dutzende von Blogs gesperrt. Neu ist dabei, dass sich die Aktion nicht nur gegen die großen Blogs kritischer Autoren richtete, sondern diesmal auch Twitter-artige Microblogging-Dienste betroffen waren.

Microblogging erfreut sich in China zunehmender Beliebtheit, wenn es darum geht, Nachrichten schnell zu verbreiten und Unterstützer für wichtige Angelegenheiten zu mobilisieren. Der jüngsten Zensurmaßnahme der Regierung sind nach Informationen der Nachrichtenagentur allein 61 Microblogs auf Sohu zum Opfer gefallen, einem bei kritischen Autoren und Rechtsanwälten in China sehr beliebten Dienst.

Ein Rechtsanwalt namens Pu Zhiqiang war AP zufolge gerade dabei, einen neuen Beitrag zu schreiben, als er plötzlich bemerkte, dass er nicht mehr auf seinen Blog zugreifen konnte. Ein anderer Jurist berichtete ebenfalls, dass sein Blog geschlossen wurde. Weitere betroffene Blogportale sind Netease, Tencent und Sina.

Die chinesische Regierung hat sich bislang nicht zu den Sperren geäußert. Auch einige der betroffenen Unternehmen wollten nichts dazu sagen. Ein Netease-Vertreter sagte zu China Daily, dass seine Microblogging-Site wegen Wartungsarbeiten geschlossen sei, weil man bestimmte neue Funktionen einführen wolle.

Die Versuche der chinesischen Regierung, den Informationsfluss im Web zu kontrollieren, rufen viel Kritik und Konflikte hervor: Angefangen beim Streit mit Google bis hin zu den Drohungen der USA, Sanktionen gegen die Volksrepublik zu verhängen, sollte sie ihre Zensurmaßnahmen nicht zurückschrauben.

Themenseiten: China, Google, Internet, Politik, Zensur

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