Jobs wusste angeblich von Antennenproblem des iPhone 4

Laut Wall Street Journal haben Ingenieure auf die Risiken des neuen Antennen-Designs hingewiesen. Das Magazin will zudem erfahren haben, dass Apple keinen Rückruf des iPhone 4 plant. Angeblich hat Apple den Produktionsprozess bereits angepasst.

Das in Sachen Apple für gewöhnlich gut unterrichtete Wall Street Journal meldet, dass Apple-Chef Steve Jobs bereits vor einem Jahr von seinen Ingenieuren darauf hingewiesen wurde, dass das Antennendesign beim iPhone 4 Risiken berge. Zudem will die Publikation erfahren haben, dass Apple keinen Rückruf plane, der das Unternehmen laut Analysten-Schätzungen bis zu 1,5 Milliarden Dollar kosten könnte. Stattdessen gehen Branchenbeobachter von einer Lösung des Problems im App Store aus.

Für diese Lösung sprechen auch die inzwischen bekannt gewordenen Berichte, wonach Apple bereits den Herstellungsprozess angepasst habe und den Edelstahlrahmen, der gleichzeitig als Antenne für UMTS, GSM, WLAN, Blutooth und GPS dient, mit einer nichtleitenden Beschichtung versieht.

Damit soll die Verbindung der einzelnen Antennen verhindert werden, die durch die Berührung mit der Hand an der unteren linken Ecke des Geräts entsteht und für die Empfangsprobleme verantwortlich ist. Nach Angaben von iFixit lässt sich mit einer Messung des Widerstands schnell überprüfen, ob man bereits ein Gerät mit der neuen Beschichtung besitzt. In diesem Fall sollte der Widerstand bei deutlich über 1 Ohm liegen. Das iFixit-Test-iPhone (Produktionswoche 25) ohne die neue Beschichtung weist hingegen einen Widerstand von 0,6 Ohm auf. Die Produktionswoche kann man anhand der Seriennummer (Ziffern der vierten und fünften Stelle) ablesen.

Die neue Beschichtung soll ähnlich wie eine Schutzhülle funktionieren, die ebenfalls die Verbindung der einzelnen Antennen durch das Anfassen des Geräts verhindert. Anwender, die ihr iPhone 4 in einer Hülle betreiben, sind daher von den Empfangsproblemen nicht betroffen.

Inzwischen steigt der öffentliche Druck auf Apple weiter. Nachdem US-Verbraucher bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Maryland wegen der Antennenprobleme des iPhone 4 eine Sammelklage gegen Apple und AT&T eingereicht haben und in Tests (Anandtech und Consumer Reports) das Antenntenproblem nachgewiesen wurde, hat gestern US-Senator Charles Schumer Apple in einem offenen Brief aufgefordert, eine für die Konsumenten befriedigende Lösung für das Problems zu finden. Bisher hatte der iPhone-Hersteller betroffenen Anwendern empfohlen, das Telefon entweder unten links nicht anzufassen oder eine Schutzhülle zu verwenden. Die Kunden konnte Apple damit nicht befriedigen. Zudem schlachtet die Konkurrenz die Empfehlungen mit witzigen Anzeigen und Blogs marketingtechnisch aus.

Apple wird heute Abend um 19 Uhr deutscher Zeit eine Pressekonferenz zum iPhone 4 abhalten. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Hersteller dann seine Vorgehensweise in Sachen Empfangsproblem des neuen iPhone 4 darlegen wird.

Während der Vorstellung des iPhone 4 am 7. Juni erklärte Jobs die Unterbrechungen im Edelstahlrahmen des Handys: 'It turns out this is part of some brilliant engineereing, which actually uses the stainless steel band as part of the antenna system. It's never been done before. An it's really cool engineering.'
Während der Vorstellung des iPhone 4 am 7. Juni erklärte Jobs die Unterbrechungen im Edelstahlrahmen des Handys: ‚It turns out this is part of some brilliant engineereing, which actually uses the stainless steel band as part of the antenna system. It’s never been done before. And it’s really cool engineering.‘ Wenn man das iPhone an der unteren linke Ecke umfasst, kommt es allerdings zu einer Verbindung der integrierten Antennen, die wiederum zu den nachgewiesenen Empfangsproblemen führt.

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Kai Schmerer
Autor: Kai Schmerer
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