Studie zum Social Networking in deutschen Firmen

Trotz der andauerden Diskussion um Datenschutz- und Datenmissbrauch in Sozialen Netzwerken sind gerade deutsche Firmen ihnen gegenüber besonders aufgeschlossen. Viele haben damit laut einer aktuellen Umfrage nämlich bereits gute Erfahrungen gemacht.

In der öffentlichen Diskussion wird Facebook nahezu als Synonym für Soziale Netze gebraucht. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Netzwerke wie Xing und LinkedIn inzwischen beliebte Business-Tools geworden sind. Zwischen 50 und 75 Prozent der Unternehmen weltweit nutzen die Kontaktplattformen im Netz für geschäftliche Zwecke, so eines der Ergebnisse einer internationalen Umfrage unter 15.000 Unternehmern in 75 Ländern, die von Regus, einem Anbieter flexibler Arbeitsplatzlösungen, in Auftrag gegeben wurde.

„Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich relativ weit vorne liegt, nutzt nach unseren Erfahrungen hierzulande die Mehrheit das Social Web immer noch eher privat als geschäftlich. Und wenn sie es geschäftlich nutzt, dann eher um billiger einzukaufen, als um den Kontakt zum Endverbraucher zu suchen“, so der Trendforscher Professor Peter Wippermann, Gründer des Hamburger Trendbüros. Dabei biete das Internet ungeheures Potenzial: „Wichtig ist, das Web als Infrastruktur begreifen – für Handel und Kommunikation. Einige Unternehmen, vor allem die großen Konzerne, sind hier Vorreiter, die anderen müssen nachziehen.“

Deutsche Unternehmer haben in der Regus-Umfrage vor allem bei der Pflege geschäftlicher Kontakte die Nase vorn: Dafür nutzen 70 Prozent der Befragten das Social Networking. Weltweit sind es nur 58 Prozent der Umfrageteilnehmer. Neue Kunden haben schon 41 Prozent der deutschen Unternehmen über soziale Netzwerke gewonnen. Damit bewegen sie sich im internationalen Durchschnitt. Dies gilt ebenso für die Anzahl der Unternehmen, die einen Teil ihrer Marketinggelder speziell für Social Networking veranschlagen: Knapp über ein Viertel der deutschen Firmen halten extra Budget dafür bereit. Vorreiter ist hier China, dort sind es schon 52 Prozent.

„Was machen drei Deutsche, wenn sie sich treffen? Sie gründen einen Verein.“ Dieser alte Witz lässt sich scheinbar problemlos auf die digitale Gesellschaft übertragen: Die Mitgliedschaft in Interessensgruppen (66 Prozent) ist in Deutschland beliebter als anderswo (54 Prozent). Nachholbedarf gibt es dagegen beim Organisieren und Verwalten von Kundengruppen. Diese Möglichkeiten nutzen nur 41 Prozent der deutschen Firmen. Weltweit sind es 51 Prozent.

Eine neue Anstellung haben hierzulande schon 28 Prozent der Befragten über soziale Netzwerke gefunden, im Rest der Welt sind es 22 Prozent. Die Deutschen sind zudem auch vergleichsweise optimistisch, was die Zukunft des Netzwerkens angeht: Nur 29 Prozent – im Gegensatz zum weltweiten Durchschnitt von 34 Prozent – glauben nicht, dass Social Networking eines Tages entscheidend für die Kundenpflege und -gewinnung sein wird.

Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, IT-Jobs, LinkedIn, Marktforschung, Mittelstand, Networking, Soziale Netze, Xing

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3 Kommentare zu Studie zum Social Networking in deutschen Firmen

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  • Am 9. Juli 2010 um 15:42 von Lokaleintrag.de

    Social Networking für KMU
    „Einige Unternehmen, vor allem die großen Konzerne, sind hier Vorreiter, die anderen müssen nachziehen.“

    Dieser Aussage kann man nur zustimmen. Vor Allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen besteht hier noch großer Handlungsbedarf. Allzu oft lassen sich sich das Potenzial entgehen, das Social Networking ihnen bieten könnte.

    Wir unterstützen kleine und mittlere Unternehmen, die Stärken des Internet für sich nutzbar zu machen und auf Augenhöhe mit großen Ketten, Online-Shops und Shopping-Malls neue Kunden zu gewinnen.

    Deswegen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den KMU zu helfen, die modernen Methoden des Online-Marketings für sich nutzbar zu mache: Nicht nur im Social Media Marketing bestehen Defizite.

    Darum bietet http://www.Lokaleintrag.de auch einen Eintragungsdienst in Branchenverzeichnisse und lokale und Städte-Seiten, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und mobile Apps für KMU an, damit deren Kunden, die lokal suchen, sie auch finden.

    • Am 16. September 2010 um 14:43 von Anna Biondi

      AW: Social Networking für KMU
      Mal nicht übertreiben. Wer soll denn das alles Lesen? Will ich denn eine Facebook Nachricht von meinem Maler, oder Elektriker bekommen? Wenn es nicht wirklich sehr sehr gut gemacht ist, und die Beamtinnen und Beamter der Unternehmenskommunikationsabteilungen sind da eher konservativ, dann verzichte ich lieber auf Social Media von KMUs. Ich geh ja auch nicht mit meinem Elektriker ins Kino. Die Hysterie ist völlig unbegründet.

      Wenn schon, dann höchstens eine Page machen, wo die wichtigsten Infos drauf sind und dann die Kunden in Ruhe lassen. Sie mögen euch dafür.

      Etwas anderes ist das bei Rockstars, Games, Filmen: Da sind die Stories, der Gossip und der Fanclub nah.

      Anna

  • Am 31. Dezember 2010 um 11:02 von Hans Bayartz

    Gründen Sie Ihr eigenes SocialNetwork im CommunityPortal
    Networking muss weiter entwickelt werden. Mein Vorschlag dazu versuche ich in unserer SocialNetwork-Software zu verwirklichen: Von der Networking- zur Management-Plattform. Ich habe das versucht, in meinem Blog-Beitrag http://wp.me/psD2f-42 zu beschreiben.

    Gerade Existenzgründer und KMUs sollten von Networking-Software mehr erwarten können als eine reine Kontaktmaschine: Plattform für Management-Aufgaben statt immer mehr Software-Insellösungen.
    Deshalb habe ich in meiner SocialNetwork-Software schon erste Schritte eines CRM-Ansatzes verwirklicht. Weitere Schritte folgen.

    Wer sich für eine eigene Community bei http://www.weps.ag entscheidet hat auch die Chance über die üblichen Networking-Tools weitere individuelle Features hinzu zu ordern. Beispiele: Projekt-Management, mindmap, Lernplattform, virtuellem Konferenzraum, 3D-Messe, 1:n Video-Chat, Job-Börse, virtuelles Online-Büro mit Live-Beratung, interaktives TV-Modul, Wiki.

    Ich bin überzeugt davon, das ist ein fortschrittlicher Weg für Communties der Zukunft.
    Was denken Sie?

    Freue mich auf Ihre Kommentare.
    Hans Bayartz

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