Umstellung der Rundfunkgebühr kostet 150 Millionen Euro

Sie soll bis 2015 abgeschlossen sein. Sparen wollen die Sender nicht; die GEZ soll Kosten senken. Durch Schwarzseher gehen den Öffentlich-Rechtlichen derzeit angeblich 300 Millionen Euro im Jahr durch die Lappen.

Die Umstellung der Rundfunkgebühr wird 150 Millionen Euro kosten.

150 Millionen Euro wird es kosten, die Rundfunkgebühr auf eine fixe Abgabe pro Haushalt umzustellen. Das meldet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Prognosen von ARD und ZDF.

Trotz der zusätzlichen Ausgaben haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten keine Sparpläne; stattdessen soll die GEZ verschlankt werden. Seit 1976 zieht sie die Gebühren ein. 2009 beliefen sich die Kosten für das Inkassoinstitut auf 161,6 Millionen Euro. Das sind 2,13 Prozent der gesamten Gebühreneinnahmen von 7,6 Milliarden Euro.

GEZ-Geschäftsführer Hans Buchholz will die Quote auf unter zwei Prozent drücken; vor allem bei IT und Personal will er sparen. Auf die GEZ verzichten und den Gebühreneinzug auf Inkassofirmen übertragen, können die Öffentlich-Rechtlichen trotz der Kosten nicht: Jeder, der von der Rundfunkgebühr befreit ist, wird alle 6 bis 9 Monate überprüft. Nur sozial schwache Haushalte sind von der Gebühr befreit und müssen auch nach der Umstellung nicht zahlen.

Schwarzseher kosten die öffentlich-rechtlichen Sender etwa 300 Millionen Euro im Jahr. So hoch setzt zumindest die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) die potenziellen Mehreinnahmen an, die ARD und ZDF von unberechtigten Nichtzahlern eintreiben könnte.

Ab 2013 muss jeder der rund 39 Millionen Haushalte eine einheitliche Rundfunkabgabe leisten. Dabei spielt es keine Rolle, ob und wie viele Empfangsgeräte vorhanden sind. Es wird etwa zwei Jahre dauern, bis alle Teilnehmer umgestellt sind. Modellrechnungen der GEZ zufolge nehmen ARD und ZDF künftig 250 bis 270 Millionen Euro weniger Rundfunkgebühren ein.

Mit der Neuregelung will die Rundfunkkommission der Länder den Verwaltungsaufwand reduzieren, weil nicht mehr jeder Fernseher und jedes Radio einzeln erfasst werden muss. Derzeit versendet die GEZ 16 bis 17 Millionen Briefe im Jahr, um Rundfunkteilnehmer an ihre Zahlungspflicht zu erinnern, oder An- und Abmeldungen zu bearbeiten.

Themenseiten: Politik, Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Umstellung der Rundfunkgebühr kostet 150 Millionen Euro

Kommentar hinzufügen
  • Am 9. Juli 2010 um 12:24 von habe schon GEZahlt

    Briefe von der GEZ
    Zitat: „Derzeit versendet die GEZ 16 bis 17 Millionen Briefe im Jahr, um Rundfunkteilnehmer an ihre Zahlungspflicht zu erinnern“

    Auch wenn alles Angemeldet ist haben wir bis vor kurzem immer noch Post von der GEZ bekommen in der Sie uns daran Erinnern das wir die GEZ Gebühren betahlen müssen und uns mit Sanktionen drohen.

    Der ganze GEZ Institut ist eine GROSSE „Geld-vernichtungs-Einrichtung“

    MfG
    ein GEZahler

    • Am 9. Juli 2010 um 19:55 von NochEiner

      AW: Briefe von der GEZ
      Genauso ist es. Obwohl ich als Selbständiger doppelt zahle, ist die GEZ der Meinung, ich sei ein Schwarzseher.
      Alleine das Porto und Papier für die unsinnigen Briefe, die alle 3-4 Wochen hier eintreffen und die ich dann regelmäßig wegwerfe, verschlingt jedes Jahr locker 1-2 Monatsbeiträge. Antworten und den Blödsinn auszufüllen und (natürlich auf eigene Kosten) zurückzuschicken hat den Erfolg, daß danach doppelt soviele Briefe kommen.
      Vielleicht sollten die Herren, statt ihre IT zusammenzustreichen, besser mal in fähige Programmierer investieren, die in der Lage sind, Serienbriefe mit der bestehenden Pflichtkunden-Datei abzugleichen. Das würde bestimmt 10-12 Millionen Briefe sparen. Von dem gesparten Geld kann man sich ein ganzes Rechenzentrum leisten.

      MfG

      Ein Doppel-GEZ Zahler.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *