iPhone 4: Kunden reichen Sammelklage gegen Apple und AT&T ein

US-Nutzer werfen den Unternehmen vor, wissentlich ein defektes Handy zu verkaufen. Als Beweis führen sie ein internes Apple-Rundschreiben an. Sie verlangen Schadenersatz in nicht genannter Höhe und ein Verkaufsverbot.

Kevin McCaffrey, Linda Wrinn und andere US-Verbraucher haben bei einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Maryland wegen der Antennenprobleme des iPhone 4 eine Sammelklage gegen Apple und AT&T eingereicht. Ihrer Ansicht nach haben die beiden Unternehmen wissentlich ein defektes Mobiltelefon auf den Markt gebracht. Die Kläger werfen ihnen Nachlässigkeit bei Entwicklung, Herstellung und Montage des iPhone 4, irreführende Geschäftspraktiken und Betrug durch Verschleierung vor.

Einige iPhone-4-Besitzer hatten berichtet, dass es zu Verbindungsproblemen kommt, wenn das Smartphone in einer bestimmten Weise gehalten wird. Möglicherweise handelt es sich um einen Konstruktionsfehler. Die Antenne des iPhone 4 ist in dessen Metallrahmen eingebaut. Der Fehler tritt auf, wenn die Umrandung mit der Hand abgedeckt wird.

„Unmittelbar nach dem Kauf eines iPhone 4 haben McCaffrey und Wrinn eine deutlich reduzierte Sende- und Empfangsleistung registriert“, heißt es in der Klageschrift. Beide hätten das Telefon so gehalten, wie in der Apple-Werbung gezeigt, oder so, wie es jeder vernünftige Mensch beim Telefonieren, bei der Internetnutzung oder beim Schreiben von SMS tut.

Als Beweis für Apples falschen Umgang mit der Situation zitiert die Anklage ein kürzlich im Internet aufgetauchtes internes Rundschreiben. Darin weist der iPhone-Hersteller seine Mitarbeiter an, betroffenen Kunden keinen Garantieservice anzubieten. Stattdessen hält Apple das Problem für ein bei allen Handys verbreitetes Phänomen und rät seinen Kunden, den Rahmen mit einer Gummihülle vor direkten Berührungen zu schützen.

McCaffrey, Wrinn und die anderen Kläger fordern von Apple und AT&T Schadenersatz in nicht genannter Höhe. Zudem soll den beiden Firmen verboten werden, weitere iPhone 4 mit defekten Antennen in den Handel zu bringen. Apple hat nach eigenen Angaben allein in den ersten drei Tagen nach Markteinführung mehr als 1,7 Millionen Geräte der vierten iPhone-Generation verkauft.

Brian Klug und Anand Shimpi vom Technik-Blog Anandtech hatten im Lauf der Woche bei Tests festgestellt, dass das Antennenproblem physikalischer Natur ist. Ihr Fazit lautet: „Apple sollte das Band aus rostfreiem Stahl [die Mobilfunkantenne des iPhone 4] isolieren oder eine Schutzhülle spendieren. So einfach ist das.“

Themenseiten: 3G, Apple, Handy, Mobil, Mobile, UMTS, iPhone

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