Blog: Antennenproblem des iPhone 4 ist physikalischer Natur

Jedes Telefon mit ähnlicher Bauart ist betroffen. Apple könnte die Empfangsschwierigkeiten mit einer Isolierung oder einer kostenlosen Schutzhülle lösen. Der Hersteller lehnt eine Subventionierung der "Bumper" aber ab.

Lage der Antenne im iPhone 4G (Bild: News.com)
Lage der Antenne im iPhone 4G (Bild: News.com)

In der Diskussion um die im iPhone 4 verbaute, offenbar leicht zu verdeckende Antenne haben die Technik-Blogger Brian Klug und Anand Shimpi von Anandtech selbst Hand angelegt und verschiedene Telefone auf ihr Empfangsverhalten untersucht, wenn man die Antenne abdeckt. Ihre Ergebnisse resümieren sie wie folgt: „Alles zusammen genommen sollte Apple das Band aus rostfreiem Stahl [die Mobilfunkantenne des iPhone 4] isolieren oder eine Schutzhülle spendieren. So einfach ist das.“

Die existierende Schutztasche, „Bumper“ genannt, umgibt das ganze iPhone. Sie ist seit dem Verkaufsstart des Geräts erhältlich und kostet 29 Euro. Apple empfiehlt zwar seinen Kunden einen „Bumper“ zur Beseitigung der Signalschwäche, besteht aber ausdrücklich darauf, dass diese Hülle nicht kostenlos abgegeben wird.

Klug und Shimpi haben das iPhone G4 auf verschiedene Arten gehalten – mit und ohne Hülle, auf der flachen Hand, eng umschlossen oder natürlich – und die Signalstärke gemessen. Die Ergebnisse haben sie mit dem Vorgängermodell iPhone 3GS mit iOS 4 und dem Android-Telefon Nexus One verglichen.

Nach ihren Messungen verbessert Apples Idee, die Antenne direkt in das Metallband zu integrieren, das der Anwender beim Halten berührt, die Signalstärke. Wenn der Anwender das Telefon allerdings mit der Hand umschließt, gebe es eine spürbare Reduzierung des Signals. Die Signalstärke reagiere „sehr empfindlich – je nach Richtung, Umgebungsbedingung und Funkabdeckung.“

„Die Ergebnisse sind selbsterklärend“, schreiben die Blogger. „In einer Schutzhülle liefert das iPhone G4 etwas bessere Werte als das Nexus One. Die Dämpfung wird aber messbar stärker, je nachdem, wie man das Telefon hält. Drückt man es sehr fest, kann man bis zu 24 dBm verlieren. Hält man es natürlich, sind es 20 dBm.“

Zum Vergleich: Auf der flachen Hand messen Klug und Shimpi nur 9,2 dBm und in einer Hülle 7,2 dBm. Das iPhone 3 GS hat nach ihren Messungen natürlich gehalten nur eine Dämpfung von 1,9 dBm.

Mit ihren Messwerten geben die beiden Blogger Apple Recht, das behauptet, dass das Phänomen bei allen Telefonen auftrete. „Ganz schlicht und einfach: Apple oder die anderen Hersteller können die Physik nicht überlisten. Das beeinflusst nachweisbar den Empfang jedes Telefons.“

Einige Käufer des neuen iPhone G4 hatten sich über schlechten Empfang beschwert. Hersteller Apple hat das Phänomen bestätigt, sieht aber kein Problem darin, solange der Anwender das Telefon richtig hält. Der Empfang werde nämlich durch die Hand des Anwenders gedämpft. AppleInsider dagegen deutete an, dass die Schwierigkeiten beim Empfang mit einem Software-Update für iOS 4 gelöst werden könnte. Dabei beruft sich die Site auf angebliche Aussagen des Apple-Support, die einen Betriebssystem-Patch angekündigt hätten.

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