Google will mit PowerMeter auch Wasser- und Gasverbrauch messen

Die kostenlose Anwendung soll einmal bei der Verbrauchsverwaltung in Haushalten helfen. Dabei geht es um die Reduzierung von Spitzenlasten für Stromnetze. Die Technik lässt sich auf andere Gebiete ausweiten.

Das Werkzeug PowerMeter auf einem Smartphone (Bild: Google)
Das Werkzeug PowerMeter auf einem Smartphone (Bild: Google)

Google hat mit PowerMeter, einer kostenlosen Anwendung zur kontinuierlichen Überwachung des Stromverbrauchs im Haushalt, große Pläne. Es stellte sie auf einer Fachkonferenz für Energietechnik Perspektiven vor. „Wir haben gerade erst angefangen“, sagte Dan Reicher, Chef der Klimawandel-Initiative bei Google. „Wir beginnen mit Elektrizität und wollen dann zu Erdgas und anderen Ressourcen im Haushalt übergehen.“

PowerMeter läuft sowohl auf dem PC als auch auf Smartphones. Wer das Programm einsetzen möchte, muss zu Hause einen intelligenten Stromzähler haben, wie sie seit dem 1. Januar 2010 in Deutschland bei Neubauten und Modernisierung Pflicht sind. Außerdem muss der Stromversorger die Daten freigeben, was laut Google in Deutschland zum Beispiel mit Yello Strom funktioniert.

Einen Terminplan konnte Reicher nicht ankündigen. Durch die immer weiter verbesserten Gas- und Wasserzähler ergebe sich aber die Möglichkeit einer Kontrolle über das Web. Mit PowerMeter könne man auch sehen, wann und wie Elektrizität im Haushalt verbraucht werde. So könnte man Geräte mit hohem Energieverbrauch zum Beispiel in Nebenzeiten benutzen, wenn die Strompreise geringer seien.

Die Google-Entwickler arbeiteten an einer Technik, die Reicher „Verbrauchsverwaltung“ („Demand Dispatch“) nannte. Dabei geht es um die Reduzierung von Verbrauchsspitzen. Bei hohem Verbrauch muss mehr Strom ins Netz eingespeist werden, um Angebot und Nachfrage im Lot und die Netzfrequenz konstant zu halten. Die Idee hinter Googles Verbrauchsverwaltung ist, den Verbrauch in vielen hunderttausend Haushalten ein wenig zu senken, so dass die Versorger sich dieses Mehr an Energie sparen können.

Google will diese vielen hunderttausend kleinen Verbrauchssenkungen koordinieren und an die Zentralen der Stromversorger weiterleiten. So findet zum Beispiel ein Waschgang nicht zur Mittagszeit statt, wenn das Stromnetz durch viele Elektroherde belastet ist, sondern zur Nachtzeit, wenn der Strom ohnehin weniger kostet. Laut Reicher gibt es viele solcher „einfachen Lasten“ im Haushalt, die man dem Netz übergeben könnte, um die Belastung in Spitzenzeiten zu reduzieren. Kraftwerksbetreiber und Politiker haben ein Interesse daran, weil man dadurch den Bau neuer Kraftwerke vermeiden könnte.

PowerMeter könnte bei vielen Verbrauchsverwaltungsszenarien eine Rolle spielen, obwohl dieses Thema noch in der Forschungs- und Erprobungsphase ist, meinte Reicher. Im März 2010 hat Google die PowerMeter-Programmierschnittstelle (API) offengelegt, um Gerätehersteller, Stromanbieter und Software-Entwickler dazu zu ermutigen, den Verbrauchern ihre Stromdaten zur Verfügung zu stellen.

Google erprobt die Technik bei seiner Elektroauto-Flotte. Dort verlängert man die Ladezeit für die Autobatterien bei Bedarf, um Spitzenbelastungen zu reduzieren und die Netzfrequenz konstant zu halten. „Wir behalten das im Auge und haben auch schon mit anderen Arten von Lasten experimentiert“, erklärte Reicher. „Smartphones, intelligente Autos und Häuser – dort, wo sich alle diese Bereiche überschneiden, gibt es viele Möglichkeiten.“

Themenseiten: Forschung, Google, Google, Green-IT, Mobile, Smart Grid, Software

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Google will mit PowerMeter auch Wasser- und Gasverbrauch messen

Kommentar hinzufügen
  • Am 15. September 2010 um 13:22 von Kaufmann

    Eine sinnvolle Datensammlung
    Eigentlich gar nicht so schlecht etwas beunruhigend ist die auch hier gezeigte Datensammelwut, aber damit muss man wohl leben. Schließlich geht es darum möglichst günstig seinen Verbrauch einzupendeln und umso genauer ich das überwachen kann umso weniger Geld muss ich an die Stromanbieter zahlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *