China veröffentlicht Internet-Strategiepapier

Die chinesische Regierung sieht sich als führend in der Weiterentwicklung des Internets. Das Netz soll weiter ausgebaut werden und dabei helfen, Korruption zu bekämpfen. Der Staat kontrolliert weiterhin.

China will die "Redefreiheit der Bürger im Netz sichern". (Bild: ZDNet)
China will die „Redefreiheit der Bürger im Netz sichern“ (Bild: ZDNet).

Das chinesische State Council Information Office hat ein Whitepaper herausgegeben, das die Volksrepublik als führend im Bereich Internetentwicklung und -popularisierung einstuft. Des Weiteren wird den chinesischen Bürgern Redefreiheit im Netz garantiert. Veröffentlicht wurde das Strategiepapier auf der Website der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Internet habe sich zu einem Motor für die ökonomische Entwicklung Chinas entwickelt. 80 Prozent der Chinesen verlassen sich mittlerweile hauptsächlich auf Informationen aus dem Internet, heißt es im dritten von sechs Kapiteln, das den Titel „Die Redefreiheit der Bürger im Netz sichern“ trägt. Das Angebot sei vielfältig, es gebe über eine Million Online-Foren und rund 220 Millionen Blogger. 66 Prozent der chinesischen User würden regelmäßig an Online-Diskussionen teilnehmen.

Eine große Rolle spiele das Internet im Kampf gegen die „Korruption und Degeneration von Beamten“. Damit Chinas Bürger korrupte Beamte denunzieren könnten, hätten der Oberste Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft „Informanten-Websites“ eingerichtet. Das Internet diene auch dazu, dass das Volk die Arbeit der Regierung kontrollieren könne. Der Staat könne seinerseits durch die Beobachtung der Netzkultur die Stimmung im Volk besser einschätzen. „Die chinesische Regierung ist fest entschlossen, die Meinungsfreiheit der chinesischen Bürger zu schützen – in Übereinstimmung mit dem Gesetz“, heißt es.

Ende 2009 habe die Zahl der Internetnutzer 384 Millionen erreicht, das 618-Fache von 1997. Jährlich kamen durchschnittlich 31,95 Millionen dazu. Knapp 30 Prozent der Chinesen verfügten 2009 über einen Internetzugang. In den kommenden fünf Jahren soll der Anteil auf 45 Prozent ausgebaut werden.

Themenseiten: China, Internet, Politik, Zensur

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2 Kommentare zu China veröffentlicht Internet-Strategiepapier

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  • Am 9. Juni 2010 um 12:44 von Brindsley Miller

    Ungefilterte Propaganda
    Sehr geehrte Frau Klingler,

    es ist schade, daß Sie die Propaganda der chinesischen Regierung völlig ungefiltert und kommentarlos veröffentlichen.

    Unzufrieden:
    Brindsley Miller

    • Am 9. Juni 2010 um 13:00 von Florian Kalenda, ZDNet

      AW: Ungefilterte Propaganda
      Sehr geehrter Herr Miller,

      da muss ich unsere Volontärin in Schutz nehmen – es handelt sich um eine Nachricht; Kommentare finden Sie in anderen Bereichen von ZDNet. Die teilweise wirklich kühnen Behauptungen der chinesischen Regierung sind durch Konjunktive und Anführungszeichen markiert. Und "ungefiltert" ist nicht einfach korrekt, wie Sie ja schon wissen, wenn Sie das (verlinkte) Originalpapier gelesen haben.

      Sie selbst haben offenbar erkannt, dass das chinesische Papier vor allem Propaganda ist. Haben Sie Angst, andere Leser erkennen das nicht? Einen anderen Grund für Ihr Feedback kann ich mir nicht vorstellen. In diesem Fall darf ich Sie beruhigen – auch andere ZDNet-Leser sind informiert und kritisch und nehmen nicht alles, was wir in Nachrichten zitieren, für die ungeschminkte Wahrheit.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Florian Kalenda, ZDNet

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