US-Patentamt soll Schutz für Trend Micros Virenentfernungstechnik überprüfen

Fortinet bezeichnet Trend Micro in einem Blog als "Innovations-Vampir". Jetzt ist ein juristischer Kleinkrieg ausgebrochen. Die Beschwerdeführer halten dem Patentinhaber den Stand der Technik entgegen.

Fortinet lässt in den USA ein Patent zur Sicherheitstechnik von Trend Micro durch das amerikanische Patentamt auf seine Gültigkeit untersuchen. Bei dem Patent mit der Nummer 5.623.600 geht es um Virenerkennung und -beseitigung. Fortinet verweist auf den Stand der Technik, nachdem die von Trend Micro patentierten Techniken nicht neu und damit nicht patentfähig seien. Das Unternehmen lehne es ab, für ein ungültiges Patent weiter Lizenzgebühren an Trend Micro zu zahlen.

Jetzt wird der Ton in dem Patentstreit zunehmend schärfer. Laut Fortinet habe Trend Micro seine Kunden mit Prozessen bedroht und versucht, ihnen Schaden zuzufügen. In einer Antwort auf die im Januar eingereichte Beschwerde bat Trend Micro das Gericht um Einstellung des Verfahrens: „Fortinet konnte keine juristische Drohung für Fortinet oder für Fortinets Partner sowie Kunden nachweisen, die auf plausible Weise zu einem rechtlichen Anspruch führen könnte.“

Der gegenwärtige Rechtsstreit hatte begonnen, als Barracuda Networks vor der International Trade Commission (ITC) mit der Behauptung Erfolg hatte, dass das besagte Trend-Micro-Patent nach dem Stand der Technik ungültig ist. Barracuda und Trend Micro legten aber später ihren Patenttwist gütlich bei.

Zwischen Fortinet und Trend Micro ist aber keine Entspannung in Sicht. Die beiden Sicherheitsfirmen streiten um alles: angefangen vom juristischen Verfahren bis hin zum eigentlichen Patent. Fortinet findet in einem Blog-Beitrag starke Worte und bezeichnet den Gegner als „Innovations-Vampir“: „Das 600er-Patent ist die Grundlage für Trend Micros Marketing-Motto, das besagt, dass ‚Innovation der Motor des Unternehmens‘ sei. Trend Micro hat behauptet, dass das Patent gültig ist. Doch Trend Micros Argumente werden (wie ein Vampir) unsichtbar, wenn man sie im Spiegel betrachtet. Tatsächlich hat die Open-Source-Community nach dem Hilferuf von Barracuda unter anderem genügend belastendes Material zum Stand der Technik beigesteuert – Antivirenfunktionen, die lange vor Trend Micros angeblichen ‚Erfindungen‘ entwickelt wurden.“

An anderer Stelle heißt es: „Trend Micro war sich nach der ITC-Entscheidung seines Patents nicht mehr sicher und einigte sich deshalb schnell mit Barracuda. Fortinet wird die Arbeit, die Barracuda und die Open-Source-Community begonnen haben, zu Ende führen und ein für alle Mal einen Pfahl durch das Herz des ungültigen Trend-Micro-Patents treiben.“

Trend Micros Patent 5.623.600 soll widerrufen werden, wenn es nach Fortinet geht (Screenshot: ZDNet).
Trend Micros Patent 5.623.600 soll widerrufen werden, wenn es nach Fortinet geht (Screenshot: ZDNet).

Themenseiten: Fortinet, Gerichtsurteil, Hacker, Open Source, Trend Micro

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