EuroDocsis 3.0 im Praxistest: 100 MBit/s aus dem Münchner Kabelnetz

In drei Regionen bietet Kabel Deutschland einen Internetzugang mit 100 MBit/s an. Im ZDNet-Praxistest zeigt sich, dass der Anschluss die hohe Geschwindigkeit dauerhaft liefert, doch viele Heimvernetzungskomponenten sind überfordert.

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Während Kabel BW in Baden-Württemberg bereits fast flächendeckend Internet über Kabel mit einer Geschwindigkeit 100 MBit/s anbietet, beschränken sich die großen Kabelnetzbetreiber der anderen Bundesländer bisher auf einzelne Großstädte. Unity Media versorgt beispielsweise derzeit Aachen und Köln inklusive Bergisch-Gladbach mit einem Internetzugang, der 128 MBit/s schnell ist.

Bei Kabel Deutschland (KDG) gibt es 100 MBit/s in Hamburg, Hannover und München. Im Sommer folgt Berlin. Bis März 2011 kommen Leipzig und Dresden an die Reihe. Mittelfristig will Kabel Deutschland nahezu alle Gebiete auf 100 MBit/s aufrüsten, in denen heute Internet- und Telefoniedienste möglich sind.

Update 07.06.2010 10.54 h:
Nach einer heute veröffentlichten Pressemitteilung kommt der 100-MBit/s-Ausbau schneller voran als geplant: Bis März 2011 werden die Regionen Augsburg, Berlin, Bremen, Dresden, Helmstedt, Kiel, Leipzig, Ludwigshafen, Magdeburg, Nauen, Nürnberg, Potsdam, Saarbrücken und Würzburg versorgt. Spätestens im Sommer 2012 wird die neue Geschwindigkeit im gesamten modernisierten Netz verfügbar sein, das heißt für alle Haushalte, die heute Internet über das Kabelnetz beziehen können.

Der 100-MBit/s-Anschluss mit einem Upstream von 6 MBit/s kostet 49,90 Euro pro Monat. Für 39,90 Euro gibt es einen Anschluss mit 60 MBit/s im Downstream und 4 MBit/s im Upstream. Im ersten Jahr zahlt man jeweils 7 Euro weniger. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwölf Monate.

Wer innerhalb der versorgten Gebiete einen 100 MBit/s-Anschluss von Kabel Deutschland nutzen möchte, benötigt einen Kabelanschluss im Haus, der direkt von KDG kommt. Wer etwa in München einen Kabelfernsehanschluss von Kabelfernsehen München ServiCenter (KMS) besitzt, kann lediglich den Dienst cablesurf.de mit bis zu 25 MBit/s nutzen, auch wenn er das digitale TV-Angebot von KDG empfangen kann.

Anders als bei VDSL reicht es nicht aus, in einem versorgten Gebiet zu wohnen, siehe Bild 1 und 2. Es ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein KDG-Anschluss im Haus vorhanden ist. Zudem gibt es den 100 MBit/s-Anschluss derzeit nur für Neukunden. Bestandskunden müssen sich laut KDG noch bis Sommer 2010 gedulden, was wörtlich auslegt bis zum 20. September bedeuten kann. Der Grund dafür liegt darin, dass die installierten Kabelmodems nach dem EuroDocsis-2.0-Standard gegen Modelle, die den Standard EuroDocsis 3.0 unterstützen, ausgetauscht werden müssen.

Themenseiten: Breitband, Kabel Deutschland, Kommunikation, Mobil, Mobile, Telekommunikation

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2 Kommentare zu EuroDocsis 3.0 im Praxistest: 100 MBit/s aus dem Münchner Kabelnetz

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  • Am 7. Juni 2010 um 8:50 von fred0815

    upload
    6 Mbit/s ist nicht nur recht gering, sondern eher armseelig.
    Technisch ist sehr wohl mehr möglich. Internetprovider sollten in Zukunft verpflichtet werden auch den Upload und nicht nur den Download mit anzugeben, dadurch würden die Marktingstrukuren durchschaubarer. Denn wer braucht schon 100 MBit/s download bei 6 MBit/s upload ?

    • Am 15. Juni 2010 um 11:49 von mxcruiz

      AW: upload
      Klar ist technisch mehr Bandbreite drin, aber wozu? 6 MBit/s haben die meisten nicht einmal im Download. Aber war eigentlich klar das hier sofort ein 0815-Meckeruser seinen Senf abladen muss, letztendlich aber keine 20,-? für den Anschluss ausgeben möchte. Der Upload ist nun mal das teuerste an der Geschichte und wenn den Standard-Kabel-Internet-Anschluß mit 32Mbit/s im Download und 2 MBit/s im Upload betrachtet ist das ein gutes Verhältnis. Wer mehr benötigt nutzt es wahrscheinlich gewerblich und da gibt es ganz andere Möglichkeiten.

      Gruß

      PS: Habe DSL-Light mit 384 KBit/s und bezahle für 2 MBit/s (inkl. 5,-? Regioaufschlag), da muss was gemacht werden!

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