AOL-Chef: In der nächsten Phase des Internet geht es um Inhalte

Mit 4000 Journalisten auf seiner Lohnliste sieht sich AOL gut gerüstet. Armstrong: "Ich weiß nicht, ob die Welt noch mehr Inhalte von geringer Qualität braucht." Gleichzeitig soll das Portal Patch.com mit 15 Prozent Aufwand "80 Prozent der Dinge" erledigen.

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AOL-Chef Tim Armstrong zufolge wird es in der nächsten Phase des Internet um hochwertige Inhalte gehen. AOL sei dafür mit 4000 Journalisten, davon 500 fest angestellt, bestens gerüstet, sagte er auf der Konferenz TechCrunch: Disrupt in New York.

Auf die Frage, ob es nur darum gehe, die größte Nachrichtenredaktion der Welt aufzubauen, erwiderte Armstrong, es gehe vor allem um Qualität. „Ich weiß nicht, ob die Welt noch mehr Inhalte von geringer Qualität braucht. Wir fokussieren uns auf Qualität.“

Armstrong sprach auch über Patch.com, ein AOL-Portal mit Lokalnachrichten, das auf ein schlankes Geschäftsmodell setzt. „Kann man 80 Prozent der Dinge mit 15 Prozent der Kosten erledigen? Das ist das Modell von Patch für Lokaljournalismus und lokale Geschäfte.“ Auf den Widerspruch zwischen dem geschilderten Geschäftsmodell von Patch und der Qualitätsinitiative ging Armstrong nicht ein. Er sagte nur, man wolle Patch noch auf mehr Städte und Regionen ausweiten. Man müsse zwischen den 200 Marken von AOL durchaus Unterschiede machen. „Wir gehen unsere Marken-Architektur gerade durch, um zu entscheiden, was Features sind und was wirklich Marken.“

Das Geschäft mit Inhalten wird Armstrong zufolge AOL schon bald mehr Umsatz als das Zugangsgeschäft bringen. Die internationale Ausrichtung habe Vor- und Nachteile. Früher habe sich das Unternehmen zu sehr an sich selbst gemessen, jetzt achte man mehr auf die Branche.

Zur Übernahme des Social Network Bebo für 850 Millionen Dollar wurde Armstrong ebenfalls befragt. „Ich weiß nicht, ob ich Bebo gekauft hätte. Wenn man den Vorteil hat, rückblickend zu urteilen, ist die Antwort nein. Um ehrlich zu sein, als ich ins Unternehmen kam, war Bebo ein großer Störfaktor. Vorsichtig gesagt: Bebo passte nicht in die strategische Ausrichtung.“

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