Microsoft will sich stärker auf die Wissenschaft konzentrieren

Dafür gibt es ein eigenes Team mit 500 Mitarbeitern. Sie sollen Ingenieure, Analysten und Wissenschaftler bedienen. Ein Ziel ist die Erschließung von Märkten für Windows Azure.

Bob Muglia (Bild: Microsoft)
Bob Muglia (Bild: Microsoft)

Bob Muglia, President Server und Tools Business bei Microsoft, hat angekündigt, dass sich sein Unternehmen verstärkt technischen und wissenschaftlichen Anwendungen zuwenden wird. Microsoft möchte sich dabei auf drei Gebiete konzentrieren: die Verschiebung von High-End-Computing-Aufgaben in die Cloud, die Vereinfachung von paralleler Programmierung und die Entwicklung neuer Software für Wissenschaftler, Ingenieure und Analysten.

Die Initiative hat sich in aller Stille in den vergangenen 18 Monaten formiert. Microsoft hat dafür ein Team von 500 Mitarbeitern zusammengebracht, das von einigen Hundert Helfern aus anderen Produktteams innerhalb des Unternehmens unterstützt wird. Die General Manager Bill Hilf und Kyril Faenov leiten das Vorhaben. Die beiden werden für eine High-Performance-Version von Windows und für neue Produkte verantwortlich sein.

„Aus unserer Arbeit werden neue, leicht benutzbare Tools und Anwendungen hervorgehen. Sie sollen das Sammeln von Daten, das Erstellen von Modellen, Simulationen und Visualisierungen, sowie Arbeitsabläufe und Zusammenarbeit automatisieren“, sagt Muglia. „So können Wissenschaftler, Ingenieure wie auch Analysten mehr Zeit mit ihrer Arbeit verbringen und benötigen weniger Zeit, um mit komplizierter Technik zu kämpfen.“

Hilf erklärte gegenüber ZDNet: „Wir werden natürlich keine Software für bestimmte vertikale Anwendungen anbieten.“ Microsoft könne zwar eine spezielle Version der Tabellenkalkulation Excel herausbringen, die zu Microsofts Cloud-Betriebssystem Windows Azure kompatibel sei, oder ein Add-on oder ein komplett neues Programm. Man werde aber keine spezielle Software zum Beispiel für die Öl- oder Gasindustrie herausbringen. „Die Schlumbergers dieser Welt bleiben unsere geschätzten Partner. Wir schaffen nur eine Plattform für sie“, so Hilf.

Microsoft bietet mit Windows HPC Server 2008 eine Windows-Server-Version für das Cluster-Computing an. Das neue Team hat sowohl an diesem Produkt als auch an Funktionen zur Parallelprogrammierung in Visual Studio gearbeitet. Im kommenden Fiskaljahr wird man nach Hilfs Aussagen Demos und Betaversionen von Produkten veröffentlichen, mit denen man Modelle für verschiedene Umgebungen entwickelt – für den Desktop, für Computer-Cluster oder Cloud-Dienste.

Eine Aufgabe des neuen Teams wird es sein, auszuloten, wie viele High-End-Aufgaben in Cloud-Systeme wie Windows Azure verschoben werden können. Gleichzeitig versucht man, einen neuen Markt für Microsofts Cloud-Betriebssystem zu erschließen. „Wir sind fest davon überzeugt, dass technische und wissenschaftliche Anwendungen die Killer-Applikation für die Cloud sind“, sagte Hilf. „Die jetzigen Benutzer von High-Performance-Systemen werden davon profitieren, ihre Systeme vor Ort mit Ressourcen in der Cloud erweitern zu können, die Just-in-Time-Berechnungen ermöglichen“, schreibt Muglia.

Themenseiten: Business, Cloud-Computing, Forschung, Microsoft, Server, Servers, Supercomputing

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