Palm-Übernahme ging Bieterwettstreit voraus

Mindestens fünf Firmen waren am Kauf des Handyherstellers interessiert. HP musste sein Kaufangebot von 4,75 auf 5,70 Dollar je Aktie erhöhen. Zwischenzeitlich waren sogar 6 bis 7 Dollar je Aktie im Gespräch.

Wie jetzt bekannt geworden ist, waren neben Hewlett-Packard mindestens vier weitere Unternehmen an einer Übernahme von Palm interessiert. Das geht aus Unterlagen hervor, die der Handyhersteller bei der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht hat. Demnach hatten einige Bieter nur Interesse an Lizenzabkommen für Palms Handybetriebssystem WebOS.

Als einen Grund für den Verkauf nennt Palm geringe Absatzzahlen aus der Zusammenarbeit mit Verizon Wireless. Danach habe man mit Liquiditätsproblemen gerechnet. Auch sei Palm als eigenständiges Unternehmen zu klein gewesen, um sich gegen die Konkurrenz behaupten zu können.

Den Börsenunterlagen zufolge waren ursprünglich 16 Firmen an Palm interessiert, darunter HP. Sechs davon unterzeichneten Vertraulichkeitsvereinbarungen. Drei, die Palm als „Company A“, „Company B“ und „Company C“ bezeichnet, gaben schließlich Kaufangebote ab. Company C habe allerdings zuerst nur geistiges Eigentum von Palm erwerben wollen. Diesen Vorschlag habe der Vorstand mit der Begründung abgelehnt, er sei langfristig nicht geeignet, Palms Probleme zu lösen.

HPs erstes Kaufangebot betrug 4,75 Dollar je Palm-Aktie. Am 18. April habe Company C zwischen 6 und 7 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt, heißt es weiter in den Unterlagen. „Am 24. April teilten Palms CEO und seine Berater HP mit, dass HP sein Angebot sofort und deutlich erhöhen muss, um im Rennen zu bleiben.“ HP habe noch am selben Tag sein Kaufangebot mündlich auf 5,70 Dollar je Aktie in bar angehoben und es einen Tag später schriftlich bestätigt. Company C habe seine Offerte schließlich auf 5,50 Dollar je Aktie reduziert.

Am 28. April hatte HP schließlich die Übernahme von Palm für 1,2 Milliarden Dollar angekündigt. Der Preis von 5,70 Dollar je Aktie lag 23 Prozent über dem Schlusskurs des Vortags. Die Transaktion soll vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörden bis Ende Juli abgeschlossen werden. Die Vorstände beider Unternehmen haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt.

Die Identität des wichtigsten Mitbewerbers um die Palm-Übernahme ist nicht bekannt. Vor der Bekanntgabe des Deals mit HP galt Berichten zufolge Lenovo als wahrscheinlichster Übernahmekandidat. Auch HTC, Huawei und ZTE sollen Kaufabsichten verfolgt haben.

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