Einsatz unlizenzierter Software nimmt in Deutschland leicht zu

Der Anteil liegt bei 28 Prozent. In Österreich und in der Schweiz sind es jeweils 25 Prozent. Der größte finanzielle Schaden entsteht laut der von IDC im Auftrag der Business Software Allaince erstellten Studie jedoch in den USA.

Der Anteil unlizenzierter Software ist 2009 in Deutschland von 27 auf 28 Prozent gestiegen, so ein Ergebnis der siebten von IDC im Auftrag der Business Software Alliance (BSA) durchgeführten Global-Piracy-Studie. Demnach wurden im vergangenen Jahr hierzulande Programme im Wert von 1,35 Milliarden Euro illegal verwendet. In der EU wird dieser Wert nur von Frankreich übertroffen. Dort seien 40 Prozent der eingesetzten Programme unlizenziert, was einem Wert von 1,7 Milliarden Euro entspreche. Weltweit kam 2009 unlizenzierte Software im Wert von 51,4 Milliarden Dollar zum Einsatz.

Mit einer Zunahme von 27 auf 28 Prozent ist Deutschland unter den über 100 untersuchten Länder eine der wenigen Industrienationen, in denen der Anteil illegal verbreiteter Software am Gesamtmarkt zunahm. Die von IDC ermittelte Piraterierate in der EU bleibt bei 35 Prozent. Die niedrigste Rate in der EU hat Luxemburg (21 Prozent), die höchste Griechenland (58 Prozent).

Weltweit gesehen ist der Anteil unlizenzierter Software in den USA (20 Prozent) am geringsten. Luxemburg und Japan teilen sich mit jeweils 21 Prozent Platz zwei, Neuseeland erreicht mit 22 Prozent Rang drei, Australien, Belgien, Finnland, Österreich, Schweden und die Schweiz teilen sich mit 25 Prozent Platz fünf. Deutschland rangiert auf Platz 14.

Die USA liegt aufgrund der großen Bevölkerung trotz der niedrigen Piraterierate auch im Ranking nach dem der Softwarebranche entstandenen Schaden mit rund 8,4 Milliarden Dollar auf Platz eins. Es folgen China (7,6 Milliarden Dollar), Russland (2,6 Milliarden Dollar), Frankreich (2,5 Milliarden Dollar) und Brasilien (2,3 Milliarden Dollar). In dieser Liste nimmt Deutschland Platz sieben ein. Laut IDC wurden 2009 pro 100 Dollar, die für Software ausgegeben wurden, Programme im Wert von 75 Dollar unrechtmäßig kopiert.

In Ost- und Mitteleuropa setzt sich der aus Sicht der BSA positive Trend der vergangenen Jahre fort. Der Anteil unlizenzierter Software sinkt dort auf 64 Prozent. In den EU-Länder Bulgarien (67 Prozent), Rumänien (65 Prozent), Polen (54 Prozent), Slowenien (46 Prozent), Ungarn (41 Prozent) und der Tschechischen Republik (37 Prozent) ging der Anteil jeweils geringfügig zurück. Von den 100 erfassten Ländern hat die BSA in Georgien mit rund 95 Prozent sowie in Simbabwe und Moldawien mit ebenfalls über 90 Prozent unlizenzierter Software noch die meiste Arbeit vor sich.

In Osteuropa liegt der Anteil unlizenziert eingesetzter Sofware laut einer von IDC im Auftrag der Business Software Alliance durchgeführten Studie immer noch weit über dem EU-Durchschnitt (Grafik: BSA).
In Osteuropa ging 2009 der Anteil unlizenziert eingesetzter Sofware zwar leicht zurück, er liegt laut einer von IDC im Auftrag der Business Software Alliance durchgeführten Studie aber immer noch weit über dem EU-Durchschnitt (Grafik: BSA).

Themenseiten: Business, Compliance, Kopierschutz, Marktforschung, Software, Studie, Urheberrecht

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1 Kommentar zu Einsatz unlizenzierter Software nimmt in Deutschland leicht zu

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  • Am 12. Mai 2010 um 10:05 von Paul

    Studien???
    Was haben Studien schon für einen Aussagewert.
    Wenn sie von interessierten Gesellschaften vorgenommen werden sind sie meist so geschönt damit die entsprechende Gesellschaft eine Daseinsberechtigung hat.
    Wichtig wäre hier die Unterscheidung ob diese Piraterie durch Firmen oder durch Privatpersonen verursacht werden.
    Denn wenn ein Händler einem ahnungslosen Kunden eine illegale Windows-oder Officelizenz mitgibt, ist der Käufer fachlich meist überfordert sowas zu bemerken.
    Und wie sieht es bei Firmen aus, hier wäre eine genaue Unterscheidung wichtig, da die Anzahl der Firmenlizenzen wesentlich höher ist als die der Privatnnutzer.

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