SharePoint 2010: die Lage vor dem Marktstart

Kurz vor dem Verkaufsstart von SharePoint Server 2010 hat das Frankfurter Beratungs- und Marktforschungsunternehmen Pentadoc bei Firmen im deutschsprachigen Raum per Umfrage Status Quo und Zukunftspläne ermittelt.

SharePoint hat sich für Microsoft von einem ursprünglich etwas sperrigen Werkzeug mit ungewissem Einsatzzweck zu einer erfolgreich verkauften Plattform entwickelt, auf der zahlreiche andere Programme sowohl des Softwarekonzerns als auch seiner Partner aufsetzen. Pentadoc Radar, der Marktforschungsbereich des Frankfurter ECM-Dienstleisters Pentadoc, hat mit einer Befragung von etwa 100 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ermittelt, wie Firmen SharePoint aktuell einsetzen, welche Pläne sie mit der Microsoft-Plattform haben und wie die Einstellung gegenüber SharePoint 2010 ist.

Der Funktionsumfang von SharePoint deckt nach Einschätzung von Pentadoc bei weitem noch nicht vollständig den eines speziellen ECM-Systems ab. Allein die Marktpräsenz von Microsoft habe jedoch für viel Bewegung im Markt gesorgt. Inzwischen hätten es auch die meisten ECM-Hersteller verstanden, sich mit statt gegen SharePoint zu positionieren und ihren eigenen Funktionsumfang entsprechend erweitert.

SharePoint ist seit einiger Zeit das Microsoft-Produkt mit den am schnellsten wachsenden Umsatzzahlen. Die Plattform hat also während der letzten zwei bis drei Jahre in immer mehr Unternehmen Einzug gehalten. Unklar ist jedoch, wie Firmen sie tatsächlich nutzen und in welchen Bereichen sowie mit welcher Zielsetzung Unternehmen sie tatsächlich einsetzen. Wenig bekannt ist auch über die Ansichten von Firmen, die SharePoint bisher nicht einsetzen, dies aber in Erwägung ziehen. Diesen Aspekten ist Pentadoc Radar mit seiner Umfrage ebenso nachgegangen.

SharePoint im Verhältnis zu DMS- und ECM-Lösungen

Bei den mit der Einführung ursprünglich verfolgten Zielen steht die Nutzung als Informationsplattform, für das Wissensmanagement sowie als Unternehmensportal im Mittelpunkt. Ein Drittel der Befragten führte SharePoint ursprünglich als DMS- beziehungsweise ECM-System ein. Nur knapp 20 Prozent dieser Anwender nutzen SharePoint jedoch auch heute noch als Dokumentenmanagementsystem. Die Pentadoc-Experten sehen darin ein „mögliches Indiz, dass die Funktionsbereiche nicht den Anforderungen gerecht werden konnten.“

53 Prozent der befragten Unternehmen setzen Microsoft SharePoint ein. Rund 56 Prozent davon verwenden SharePoint Server 2007. Immerhin sieben Prozent nutzen bereits SharePoint Server 2010 Beta. Über die Hälfte der Anwender gibt an, auf SharePoint Server 2010 umsteigen zu wollen. Knapp 68 Prozent davon planen diesen Schritt sogar innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Ein Drittel plant die Einführung

Etwas zurückhaltender sind Firmen, die SharePoint bisher nicht verwenden. Von ihnen planen etwa 30 Prozent die Einführung. Knapp über die Hälfte derer, die SharePoint einführen wollen, sehen neben Collaboration vor allem das typische Dokumentenmanagement als Einsatzbereich. Sie sollten sich eventuell nochmal mit SharePoint-Anwendern austauschen, die gerade diesen Bereich weitgehend wieder fallengelassen haben: Über alle Umfrageteilnehmer schätzen rund 40 Prozent SharePoint nur sehr bedingt als DMS beziehungsweise ECM ein.

Bei der Einführung von SharePoint traten bei fast einem Drittel der Unternehmen organisatorische Probleme auf, bei mehr als einem Viertel gab es Schwierigkeiten mit der Nutzerakzeptanz. „Hier zeigt sich deutlich, dass SharePoint auch nur ein technisches Hilfsmittel ist und keine ECM-Lösung“, so Pentadoc-Analyst Christoph Tylla. „Zu einer funktionierenden ECM-Lösung braucht es – neben der Technik – eben auch ein organisatorisches Konzept, stets nach dem Motto: Erst Strategie, dann Technik.“

Themenseiten: IT-Business, Marktforschung, Microsoft, Mittelstand, Technologien

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