Symantec: Linux-Systeme verschicken häufiger Spam als Windows-PCs

Allerdings handelt es sich nur um die relative Quote. Absolut gemessen verzeichnet die Studie 92,65 Prozent Windows-Spam. Linux ist für 5,14 Prozent der Werbemails verantwortlich - mehr, als seine installierte Basis vermuten ließe.

Dass Linux-Rechner Spam versenden ist fünfmal wahrscheinlicher als bei Windows-Systemen, heißt es in einem neuen Bericht von Symantec. In der April-Ausgabe des MessageLabs Intelligence Report (PDF) geht es um den Anteil, den das quelloffene Betriebssystem am stetig wachsenden Spam-Markt hat.

Symantecs MessageLabs haben versucht, mit einer „passives Fingerprinting“ genannten Technologie das Betriebssystem von Spam versendenden Rechnern zu ermitteln. Daraus berechneten sie dann den relativen Marktanteil.

So heißt es, dass 5,14 Prozent allen Spams von Linux-Rechnern kommen, aber 92,65 Prozent von PCs mit Microsoft-Betriebssystem. Symantec rechnet dies nun auf den Anteil von 1,08 Prozent um, den Linux laut Net Applications am Markt für Betriebssysteme hält. „Indem wir die Spamquote eines Betriebssystems mit seinem Marktanteil abgleichen, bekommen wir einen ‚Spam-Index‘, der die Wahrscheinlichkeit wiedergibt, dass ein Rechner mit einem bestimmten Betriebssystem Spam versendet“, schreibt Symantec. So komme man zu einem Spam-Index von 4,99 für Linux und von 1,01 für Windows.

Den Grund für die hohe Spamquote sehen die Forscher jedoch nicht darin, dass Linux-Rechner überdurchschnittlich oft Ziel von Angriffen sind, die einen Missbrauch als Spam-Bot erlauben, wie es bei Windows der Fall ist. Vielmehr komme Linux häufig auf Mail-Gateways zum Einsatz, von denen manche nicht mit grundlegenden Antispam-Maßnahmen ausgestattet seien, so Symantec-Forscher Mat Nisbet.

Nisbet berichtet, er habe eine Reihe von zufällig gewählten IP-Adressen zurückverfolgt, unter denen Linux-Systeme Spam versendeten. In den meisten Fällen lief darauf ein Open-Source-Mail-Transferdienst wie Postfix oder Sendmail, der offen für den Spamversand durch Dritte war. In einem Blogbeitrag schreibt Nisbet, dass solche Software zur Kostensenkung als Maildienst genutzt werde, der Betreiber aber Port 25 ins Internet für Mailversand ohne Autorisierung offen lasse. Firmen müssten noch lernen, Linux sicher zu konfigurieren.

Außerdem spekuliert der Sicherheitsexperte, dass die Zahlen verfälscht sein könnten, da viele ISPs sämtliche Mails durch eigene Linux-Systeme hindurch lenkten. „Deshalb sieht eine Menge Botnetz-Traffic, den wir normalerweise als etwas ganz anderes identifizieren würden, wie von einem Linux-System versandt aus.“

Themenseiten: Linux, Open Source, Spam, Symantec, Windows

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