Die Kosten des SAP-Einsatzes nachhaltig senken

SAP-Software hält den Betrieb in einem Großteil der deutschen Unternehmen aufrecht. Immer mehr Firmen finden aber den Preis dafür zu hoch. Das Seestern IT-Forum trifft sich derzeit in Aachen und zeigt Wege auf, wie es günstiger geht.

Dass sich Anwendervereinigungen gegenüber Herstellern durchsetzen und die Interessen ihrer Mitglieder wahrnehmen können, hat sich an der engagiert geführten Diskussion um Wartungsgebühren im vergangenen Jahr gezeigt. Fast alle derartigen Organisationen sind aber entweder auf eine bestimmte Technologie oder einen Hersteller beschränkt. Übergreifende Verbände, die nicht gleichzeitig als Interessenvertretung der Hersteller dienen, sucht man vergebens.

Aus der Erkenntnis dieser Zwickmühle ist 2006 das Seestern-IT-Forum entstanden. Dort treffen sich Kollegen aus unterschiedlichen Unternehmen zum Meinungsaustausch. Nach eigenen Angaben gehören dazu etwa Firmen aus der Automobil- und Zuliefererbranche, Versicherungen, Versorgungsunternehmen sowie Chemie- und Pharmaunternehmen. Sie repräsentieren insgesamt über zwei Millionen Softwareanwender.

Diese Woche findet mit den Infotagen 2010 die wichtigste und größte Veranstaltung des Forums in diesem Jahr statt. Da SAP der größte und bedeutendste Softwareanbieter in Deutschland und damit wichtig für die meisten Forumsmitglieder ist, steht der Konzern bei den Diskussionen meist im Mittelpunkt. So manches, was dort über SAP gesagt wird, gilt aber so oder so ähnlich auch für dessen Mitbewerber.

Hauptinteresse ist es, in einer vertraulichen Umgebung über tägliche Aufgabenstellungen der Softwarelizenzverwaltung zu sprechen, die Strategien der Hersteller transparenter zu machen, Leitlinien zu erarbeiten und Orientierung zu alternativen Angeboten zu bieten. Außerdem sollen sich über das Forum Firmen mit gleich oder ähnlich gelagerten Interessen in Bezug auf die Softwarebewirtschaftung finden und austauschen – um dann eventuell gemeinsam zu handeln.

Interesse an Drittwartung wächst

Die vertrauliche Umgebung des Forums und der Infotage, bei denen Anwender unter sich bleiben, erlaubt es, auch heiße Eisen offen anzugehen. Dazu gehören etwa die Drittwartung von Software, die allgemeine Reduzierung von Wartungs- und Lizenzkosten, Sinn und Unsinn von Softwarewartung sowie der Einsatz von gebrauchten oder sogenannten „stillen“ Lizenzen.

Laut Axel Susen, Geschäftsführer der Firma Susensoftware und Initiator des Seestern-IT-Forums, wächst derzeit das Interesse an Drittwartung sowohl auf Anbieter- als auch auf Anwenderseite. In Deutschland stehe der Markt verglichen mit anderen Ländern noch am Anfang seiner Entwicklung. In den USA beziehen etwa Toshiba oder die Eisenbahngesellschaft Union Pacific Railroad bereits Support von einem Drittanbieter.

Rimini Street, der bekannteste US-Anbieter, hat zwar im vergangenen Jahr sein Angebot internationalisiert und sein Support-Angebot für SAP-Lizenzen ausgebaut, auf dem deutschen Markt aber noch nicht richtig Fuß gefasst. Susen plädiert daher für eine „deutsche Alternative“. Mit dem Dienstleister Reiff Management und Service gebe es diese bereits. Er stellt seine Leistungen auf dem Forumstreffen in Aachen vor.

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Themenseiten: Analysen & Kommentare, IT-Business, Mittelstand, SAP, Strategien, Susensoftware

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