Microsoft unterstützt offenes Format für Web-Schriften

Gemeinsam mit Mozilla und Opera setzt sich der Softwarehersteller beim World Wide Web Consortium für die Standardisierung des Web Open Font Format (WOFF) ein. Es soll die Schriftartenvielfalt im Internet fördern.

Microsoft setzt sich für vielfältigere Schriftarten im Internet ein. Gemeinsam mit Mozilla und Opera unterstützt der Softwarekonzern eine Eingabe beim World Wide Web Consortium (W3C), um das Web Open Font Format (WOFF) zum Webstandard zu machen.

Das W3C hatte im März eine eigene Web-Fonts-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die einen Standard für WOFF ausarbeiten soll. Nach dem Vorschlag einer WOFF-Spezifikation 1.0 durch Microsoft, Mozilla und Opera „kann die technische Arbeit jetzt beginnen“, schreibt die Gruppe. „Betrachtet man das wachsende Interesse an WOFF bei den Browser-Herstellern, Tool-Programmierern und Font-Designern, ist zu erwarten, dass es bald als einziges, interoperables Format dienen wird, und dass auch andere Hersteller es mit der Zeit unterstützen werden.“

In aktuellen Browsern werden Schriftarten über Cascading-Style-Sheets (CSS) und die darin enthaltene Regel „@font-face“ auf Websites eingebettet. Allerdings ist die Umsetzung nicht in allen Browsern gleich, was Web-Designern Kopfzerbrechen bereitet.

Bindet man fantasievolle Schriftarten nicht als Text, sondern als Grafik ein, funktioniert das zwar problemlos, der Betrachter der Website kann den dargestellten Text aber nicht mehr per Copy and paste kopieren. Auch für Suchmaschinen und Browser-Tools wird dieser Text dann unleserlich.

Die Diavlo-Schrifttype als Web Font (Bild: Ralf Herrmann's Typography Weblog)
Die Diavlo-Schrifttype als Web Font (Bild: Ralf Herrmann’s Typography Weblog)

Eine andere – allerdings proprietäre – Technik ist Embedded Open Type (EOT) von Microsoft. Mit ihr kann man zum Beispiel die unter Windows und Mac OS X gängigen True-Type-Schriften in Websites verwenden.

WOFF könnte einige der Probleme lösen, die mit den gängigen Techniken verbunden sind. Die Web-Fonts sollen etwa die Dateigröße der Schriften reduzieren. Das wird durch Kompressionstechniken und die Möglichkeit für Web-Designer erreicht, für eine Website statt der ganzen Schriftart nur die benötigten Buchstaben zu laden.

Mit WOFF lassen sich zudem Urheber- und Lizenzinformationen in die Fonts einbetten. Font-Designer verdienen mit der Gestaltung von Schriften ihren Lebensunterhalt und haben meist keine Lust, die Früchte ihrer Arbeit kostenlos und ohne Urheberrechtsvermerk im Web zu verbreiten.

„Web Fonts liegen in einem Format vor, das nur für Websites gedacht ist (nicht für Desktop-Anwendungen). Sie lassen sich nutzen, ohne den Funktionsumfang von Software zu beschränken oder den Anwender zu behelligen“, erklären die Schriftdesigner von FontShop. Sie lizenzieren seit Februar 2010 Schriften im WOFF-Format.

Seit Firefox 3.6 unterstützt Mozilla das WOFF-Format. Die Chrome-Entwickler haben mit der Implementierung von WOFF hingegen noch nicht einmal begonnen. Das gilt auch für Apple mit seinem WebKit-Browser Safari. Internet Explorer und Opera verlassen sich ebenfalls noch auf die „@font-face“-Unterstützung.

Themenseiten: Browser, Chrome, Firefox, Internet, Internet Explorer, Opera, Safari

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