Webcam-Spionage: US-Schulbehörde sammelt angeblich 56.000 Bilder von Schülern

In den meisten Fällen wurde die Sicherheitsfunktion ordnungsgemäß eingesetzt, um verlorene Notebooks wiederzufinden. Mindestens fünfmal führten Mitarbeiter der Behörde die Überwachung aber nach dem Auffinden des Geräts fort.

Eine US-Schulbehörde, die ihre Schüler per Webcam ausspioniert haben soll, hat Berichten zufolge rund 56.000 Bilder gesammelt. Darunter sind Fotos von Schülern sowie Screenshots, die zeigen, welche Programme sie benutzt haben. Das geht aus Unterlagen hervor, die ein Anwalt des Schulbezirks Lower Merion an den Philadelphia Inquirer weitergegeben hat.

Im Februar hatten die Eltern des Schülers Blake Robbins eine Zivilklage (PDF) gegen die Schulbehörde im Bezirk Lower Merion in der Nähe von Philadelphia eingereicht. Örtliche Schulen stellen ihren Schülern dort Macbooks zur Verfügung, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Die Kameras wiederum wurden eingesetzt, um verlorene und gestohlene Laptops aufzuspüren. Eltern und Schüler hat die Schulbehörde jedoch nicht auf die integrierte Überwachungsfunktion hingewiesen.

Die Daten der Ermittler zeigten, dass Angestellte der Schuldbehörde in den meisten Fällen die Überwachung eingestellt hätten, nachdem ein Laptop gefunden wurde, heißt es in dem Bericht. In mindestens fünf Fällen seien aber nach dem Auffinden noch über mehrere Tage oder Wochen hinweg alle 15 Minuten Bilder aufgenommen worden. 38.500 Fotos stammten von sechs gestohlenen Laptops der Harriton High School. Diese zeichneten über einen Zeitraum von fast sechs Monaten Bilder auf, bis die Polizei im März 2009 die Notebooks sicherstellte und Anklage gegen einen Verdächtigen erhob.

Darüber hinaus hat sich die Zahl der gemeldeten Überwachungen gegenüber Februar fast verdoppelt. Während ursprünglich von 42 Fällen in 42 Monaten die Rede war, haben laut Philadelphia Inquirer die Ermittler nun festgestellt, dass in zwei Jahren rund 80-mal von der Sicherheitsfunktion gebraucht gemacht wurde.

„Es war offensichtlich falsch, die Bilder ohne Zustimmung der Schüler aufzunehmen“, erklärte der Anwalt Henry Hockeimer gegenüber der Zeitung. Die interne Untersuchung der Schulbehörde dauere noch an, und es sei möglich, dass sich die Zahlen noch änderten.

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