Oracle stellt MySQL Cluster 7.1 vor

Es ist das erste Update für die quelloffene Datenbank seit der Übernahme von Sun durch Oracle. Ein neuer Cluster Manager soll die Verwaltung erleichtern und automatisieren. Oracle verspricht auch kürzere Entwicklungszeiten für Java-Anwendungen.

Oracle hat erstmals ein Update für die mit Sun übernommene quelloffene Datenbank MySQL veröffentlicht. MySQL Cluster 7.1 verspricht ein vereinfachtes Management, verkürzte Entwicklungszeiten für Java-Anwendungen und zusätzliche Hochverfügbarkeitsfunktionen.

Der neue Cluster Manager soll die Verwaltung der MySQL-Cluster-Datenbank in einer verteilten Umgebung erleichtern und automatisieren. Der ebenfalls neue MySQL Cluster Connector für Java hilft Oracle zufolge dabei, die Entwicklung von Java-Anwendungen zu beschleunigen, die auf der Cluster-Version der Datenbank basieren. Zudem soll er einen größeren Durchsatz und niedrigere Latenzzeiten für Java-basierte Dienste ermöglichen.

Das Thema Hochverfügbarkeit geht Oracle mit Support für In-Memory und Disk-basierte Daten an. Ein neues Loadbalancing sorgt für eine automatisierte Datenpartitionierung. Ab sofort lassen sich auch im laufenden Betrieb der Datenbank neue Knoten zuordnen, ohne dass die Datenbank dafür neu gestartet werden muss. NDBINFO liefert Status- und Nutzungsreports für die Echtzeitdatenbank als SQL-Tabellen und erleichtert so die Überwachung.

MySQL Cluster 7.1 steht unter dev.mysql.com für Windows, Linux, Mac OS X und Solaris zum Download bereit.

Die Wettbewerbskommission der EU hatte die Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle aufgrund von Bedenken wegen MySQL lange Zeit nicht genehmigt. Erst am 21. Januar gab Brüssel seine Zustimmung. Die neuen Funktionen in der Cluster-Version der Datenbank scheinen nun denen Recht zu geben, die sich, wie der ehemalige MySQL-CEO Marten Mickos, bei der EU für den Oracle-Sun-Deal stark gemacht haben.

Natürlich hat Oracle starkes Interesse daran, mit MySQL Geld zu verdienen. Doch eine Abkehr vom Community-Modell oder ein Versuch, die kostenlose Datenbank zu beschneiden oder vom Markt zu nehmen, würde Oracle diesem Ziel nicht näherbringen. Mit MySQL spricht das Unternehmen nach wie vor Anwender an, die es mit seinen anderen Datenbanken nicht erreichen kann. Und eine große Verbreitung ist noch immer der beste Garant dafür, auch kostenpflichtige, mit zusätzlichen Management-Tools versehene Versionen zu verkaufen.

Die Architektur von MySQL Cluster 7.1 (Bild: MySQL)
Die Architektur von MySQL Cluster 7.1 (Bild: MySQL)

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