IMS Research: Zersplitterung verlangsamt Androids Wachstum

Aktuell sind vier inkompatible Versionen des mobilen Google-Betriebssystems auf dem Markt. Gleichzeitig ist die Installationsbasis relativ klein. Das könnte die Plattform nach Ansicht der Analysten für Entwickler uninteressant machen.

Die schnelle Verbreitung von Googles mobilem Betriebssystem Android könnte nach Ansicht von Analysten seinen Erfolg gefährden. Laut einer Studie von IMS Research sorgt das rapide Wachstum für eine Zersplitterung der Entwicklungsstränge. Das verschlechtere auf Dauer Androids Chancen auf einen Spitzenplatz unter den Smartphone-Betriebssystemen.

Android Logo

Das Problem: Mittlerweile gibt es vier verschiedene Android-Versionen auf dem Markt – 1.5, 1.6, 2.0 und 2.1 -, die nicht miteinander kompatibel sind. Auf die Verkaufszahlen hatte das bislang jedoch noch keine Auswirkungen. 2009 wurden rund sechs Millionen Mobilgeräte mit Android verkauft. Schätzungen zufolge werden sich die Verkäufe in diesem Jahr mehr als verdreifachen und bis auf 20 Millionen Geräte steigen.

„Diese Zersplitterung ist zuallererst ein Problem der Entwickler“, erklärt Chris Schreck von IMS Research. „Die Ressourcen eines Entwicklers sind immer begrenzt. Kommen auf einem ohnehin schon engen Markt für Smartphone-Betriebssysteme neue Entwicklungsstränge zu einer Plattform hinzu, wird der Weg noch steiler.“

Schreck argumentiert, dass die Installationsbasis für Android viel kleiner ist als für andere Smartphone-Plattformen. Werde dieses Marktsegment durch verschiedene Versionen desselben Systems noch weiter aufgeteilt, schrumpften die Verdienstmöglichkeiten für Entwickler, die für einen bestimmten Entwicklungsstrang produzierten. „Wenn Google sich nicht um dieses Problem kümmert, werden die Entwickler irgendwann feststellen, dass sie mehr arbeiten müssen, um weniger Kunden zu erreichen“, prophezeit der Analyst.

Der Studie zufolge sind auch Telefonanbieter und Mobilfunkprovider von der Versionsflut betroffen. Mit jeder neuen Variante einer Plattform werde es teurer, die Investitionen in ein Betriebssystem zu sichern. Beispielsweise müssten Telefonanbieter und Mobilfunkprovider Ressourcen bereitstellen, um Benutzeroberflächen und Anwendungen anzupassen. Außerdem müssten sie die Software auf die Geräte laden und dafür sorgen, dass sie auch auf allen Betriebssystem-Versionen richtig funktioniert.

Google soll sich des Problems bereits angenommen haben. Man erwartet, dass die Veröffentlichung von wichtigen Android-Updates verlangsamt wird. Beobachter spekulieren, dass Google Kunden auch erlauben wird, ihre Geräte über Android Marketplace zu aktualisieren. So müssten sich nicht die Mobilfunkprovider darum kümmern.

IMS weist aber noch auf ein anderes Problem hin, auf das Google keinen Einfluss hat. Die Apache Software License, unter der Android steht, verpflichtet die Lizenznehmer nicht, Modifikationen der Android-Plattform an Google weiterzugeben. Da Android Open-Source ist, kann jeder Lizenznehmer also eigene Änderungen vornehmen, was den Markt weiter aufspalten könnte.

Schreck verweist in diesem Zusammenhang auf Symbian und die LiMo-Plattform. Die Macher dieser beiden Open-Source-Systeme führen eine härtere Linie als Google, was die Veränderungen der Plattform anginge. Das sei ein möglicher Weg, das Risiko einer Aufspaltung dieser Systeme zu mindern.

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