Google lagert chinesische Suchmaschine nach Hongkong aus

Von dort bietet das Unternehmen einen unzensierten Suchdienst für das chinesische Festland an. Der Schritt ist laut Google "vollkommen legal". Forschung, Entwicklung und Vertrieb verbleiben in China.

Operation Aurora

Google hat seine chinesische Suchmaschine Google.cn geschlossen und leitet alle chinesischen Nutzer auf die in Hongkong gehostete Version Google.com.hk um. Von dort aus bietet das Unternehmen ab sofort einen unzensierten Suchdienst in chinesischer Sprache an. Forschung, Entwicklung sowie ein Vertriebsbüro sollen jedoch in China verbleiben.

„Wir wollen, dass so viele Menschen wie möglich Zugang zu unseren Diensten haben, dazu zählen auch Nutzer vom chinesischen Festland“, schreibt David Drummond, Senior Vice President und Chief Legal Officer von Google, in einem Blogeintrag. „Die chinesische Regierung hat in all unseren Gesprächen deutlich gemacht, dass eine Selbstzensur eine nicht verhandelbare rechtliche Anforderung ist. Wir glauben, dass die Bereitstellung von unzensierten Suchergebnissen in chinesischer Sprache über Google.com.hk eine sinnvolle Lösung ist – sie ist vollkommen legal und verbessert für die Menschen in China den Zugang zu Informationen.“

Er hoffe, dass die chinesische Regierung Googles Entscheidung respektieren werde. „Wir sind uns aber bewusst, dass der Zugriff auf unsere Dienste jederzeit blockiert werden kann. Deswegen überwachen wir sorgfältig alle Zugangsprobleme.“ Eine zu diesem Zweck eingerichtete Status-Website zeige täglich an, welche Angebote von Zensurmaßnahmen betroffen seien und ganz oder teilweise blockiert würden.

Google hatte im Januar die Einstellung der Selbstzensur und einen möglichen vollständigen Rückzug aus China angekündigt. Grund dafür war ein Hackerangriff auf den Suchanbieter und mehr als 30 weitere Unternehmen. Die Urheber stammten angeblich aus China, was die Regierung des Landes wiederholt bestritt.

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, er sei über Googles Pläne informiert. Präsident Barack Obama habe die Bedeutung einer freien Kommunikation ohne staatliche Zensur betont. Zuvor hatte Außenministerin Hillary Clinton gegenüber Bloomberg erklärt, Google müsse eine eigene Entscheidung treffen. „Wir werden Google nicht sagen, was es machen soll.“ Der Internetkonzern müsse die Maßnahmen einleiten, von denen er glaube, sie seien am besten für ihn. Chinas staatliche Medien hatten Google Anfang der Woche vorgeworfen, nur ein Werkzeug der Politik zu sein.

Themenseiten: China, Google, Internet, Suchmaschine, Zensur

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