Microsoft und Mozilla begeistert von neuem Web-App-Standard

Im Rahmen einer W3C-Sitzung zeigt auch Opera Interesse. "Indexed DB" ermöglicht lokales Speichern von Daten. Das macht Offline-Arbeiten möglich und ist schneller als die Ablage in der Cloud.

World Wide Web Consortium

Ein Standard für webbasierte Cloud-Anwendungen ist seiner Einführung einen großen Schritt näher gekommen. Der Prototyp namens „Indexed DB“ wird von wichtigen Browserherstellern – Google, Microsoft und Mozilla – unterstützt. Sie verfügen zusammen über 90 Prozent Anteil am Browsermarkt. „Indexed DB ist sowohl für Firefox als auch Microsoft interessant, wenn es also je die Implementierungsphase erreicht, wird es auf breiter Basis verfügbar sein“, sagt jetzt Chris Blizzard von Mozilla.

Indexed DB soll Browseranwendungen Zugriff auf lokale Datenspeicher geben – ein scheinbar einfaches, aber sehr wichtiges Element von Cloud Computing. Das Konzept dazu hatte Oracle unter dem Namen WebSimpleDB entwickelt. Auch dem World Wide Web Consortium (W3C) liegt Indexed DB aktuell vor, also dem Gremium, das Webtechnologien wie HTML standardisiert. Im Rahmen der W3C-Diskussionen hatte sich auch Opera, Hersteller des fünftgrößten Browsers, lobend über die Technik geäußert.

Dass Microsoft sich gegenüber Indexed DB öffnet, zeigt nicht nur der Kommentar von Mozilla-Mann Blizzard, sondern auch ein privater Blogeintrag eines Software-Architekten bei Microsoft, Pablo Castro. Er äußert sich auf seinen Seiten nicht nur lobend, sondern kündigt auch an, dass Microsoft in diesem Bereich neue Mitarbeiter einstellen wird.

Und auch ein offizieller Microsoft-Blog beschäftigt sich mit Indexed DB. Program Manager Adrian Bateman schreibt: „Gemeinsam mit Mozilla begeistern wir uns für einen neuen Entwurf für lokalen Speicherzugriff namens Indexed DB. Wir glauben, dass das eine großartige Lösung für das Web ist.“

Local Storage ermöglicht es Online-Programmen, Daten auf Client-Computern abzulegen. Nur so ist Offline-Arbeiten möglich, wie es Google Mail und Google Docs implementiert haben. Das Verfahren beschleunigt außerdem den Datenzugriff. Zu diesem Zweck setzen beispielsweise Firefox und IE 8 eine Technik namens LocalStorage ein, die bisher nicht standardisiert wurde. Sie hat mehrere Haken. Der größte: Sie sieht keine Zugriffsrechte vor und kann Daten nicht für andere Anwendungen sperren, wenn eine App darauf zugreift.

Eine zweite Alternative kommt von Apple: Web SQL, manchmal auch als Web DB bezeichnet. Neben Safari unterstützt Chrome 4 diese Datenbankabfragemöglichkeit für Browser. Auch sie ist noch nicht standardisiert. Und Operas für Standards zuständiger Manager Charles McCathieNevile sagt: „Eine Datenbank zu integrieren, um eine Zeile Text zu speichern, ist so, als würde man Schrauben mit einem großen Hammer in die Wand schlagen. Es geht schon, ist aber nicht gerade der beste Weg. Und für große Datensammlungen, auf die Web-Anwendungen und Widgets zugreifen sollen, ist eine richtige Datenbank wertvoller.“

Sollte es zur Standardisierung von Indexed DB kommen, müsste das W3C das Zugriffsverfahren mit der „File API“ abstimmen, dem neuen Standard für Dateizugriff von Browsern.

Themenseiten: Apple, Browser, Cloud-Computing, Google, Internet, Microsoft, Mozilla, Oracle, SaaS, Software

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