EU genehmigt Zusammenschluss von Orange UK und T-Mobile UK

Die Mobilfunkanbieter mussten aber Zugeständnisse machen. Sie haben zugestimmt, einen Teil ihres kombinierten 1800-MHz-Bandes abzugeben. Zudem darf Konkurrent 3 UK weiterhin das gemeinsame UMTS-Netz nutzen.

Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Fusion der britischen Mobilfunkprovider Orange UK und T-Mobile UK gegeben. Nun kann die Umsetzung der Integrationsmaßnahmen anlaufen. Der Abschluss der Transaktion wird im Frühjahr erwartet.

„Dies sind sehr gute Nachrichten. Jetzt ist der Weg frei, wir können unsere Ressourcen zusammenlegen, um in einem der wettbewerbsintensivsten Märkte Europas ein hervorragendes Hochgeschwindigkeitsnetz für mobile Breitbandkommunikation zu schaffen“, sagte Tim Höttges, Finanzvorstand der Deutschen Telekom.

Gervais Pellissier, stellvertretender CEO und CFO der France Telecom, ergänzte: „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Synergien, die wir identifiziert haben, heben werden und signifikante Werte für unsere Aktionäre schaffen können – mit unseren gemeinsamen Ressourcen, unserem erfahrenen Management und dem gesamten Team in Großbritannien.“ Insgesamt erwarten beide Partner Synergien mit einem Barwert von über 4 Milliarden Euro.

Um Bedenken der britischen Kartellbehörden auszuräumen, dass ein Zusammenschluss von Orange und T-Mobile UK den Wettbewerb auf dem britischen Mobilfunkmarkt erheblich einschränken könnte, haben die beiden Provider zugestimmt, zweimal 15 MHz ihres kombinierten 1800-MHz-Bandes bis 2011 zu veräußern. Davon müssen zweimal 10 MHz spätestens bis zum 30. September 2013 übergeben werden, die restlichen jeweils 5 MHz spätestens bis zum 30. September 2015.

Darüber hinaus haben die Unternehmen zugesichert, die Zukunft des zu Hutchison Whampoa gehörenden Konkurrenten 3 UK zu gewährleisten. Zu diesem Zweck haben sie bestehende Verträge zur Nutzung des gemeinsamen UMTS-Netzes in Großbritannien verlängert.

Der Aufsichtsrat des neuen Joint Ventures wird zu gleichen Teilen mit Vertretern der Mutterkonzerne Deutschen Telekom und France Telecom besetzt. Telekom-CFO Höttges wird nach Abschluss der Transaktion für zwei Jahre die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden des Gemeinschaftsunternehmens einnehmen. Danach wird Pellissier für weitere zwei Jahre folgen. Die Leitung des Managementteams übernehmen Tom Alexander als CEO, derzeit CEO von Orange UK, und Richard Moat als COO, derzeit CEO von T-Mobile UK. Die beiden Marken T-Mobile UK und Orange UK sollen für einen Zeitraum von mindestens 18 Monaten nach Abschluss der Transaktion bestehen bleiben.

Die Deutsche Telekom und France Telecom hatten am 9. September den geplanten Zusammenschluss ihrer britischen Mobilfunktöchter bekannt gegeben. Beide Unternehmen erhalten gemäß der Vereinbarung einen Anteil von 50 Prozent an dem neu gegründeten Joint Venture. Mit 29,5 Millionen Kunden und einem Marktanteil von rund 37 Prozent wird es der größte Mobilfunkanbieter des Landes sein.

Themenseiten: Business, Deutsche Telekom, France Telecom, Orange, T-Mobile, Übernahmen

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