Apple-Aktionärsversammlung diskutiert Umweltschutz mit Al Gore

Der ehemalige Vizepräsident ist Mitglied der Unternehmensleitung. Einzelne Aktionäre fordern mehr Umweltengagement von Apple. Sie konnten sich mit ihren Vorschlägen aber nicht durchsetzen.

Al Gore bei einer Rede im November 2009 (Bild: news.com)
Al Gore bei einer Rede im November 2009 (Bild: news.com)

Apple hat gestern eine Aktionärsversammlung abgehalten. Die Themenpalette reichte von Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit bis zu strategischen Allianzen und der Frage, was mit den Rücklagen von rund 40 Milliarden Dollar (29,4 Milliarden Euro) geschehen soll. Eine Diskussion entzündete sich an der Frage, ob der ehemalige amerikanische Vizepräsident und Umweltaktivist Al Gore, der Mitglied der Unternehmensleitung („Board of Directors“) ist, in seiner Funktion mehr für die Umwelt erreichen könne.

Die Organisation „As You Sow„, die Apple-Aktionär ist, forderte Gore nach reichlich Lob auf, mehr dafür zu tun, dass sich das Unternehmen öffentlich auf bestimmte Umweltziele festlegt. Konkret geht es um die Reduzierung von Treibhausgasen und die Veröffentlichung eines Berichts über die Nachhaltigkeit.

Herrington Investments, Kämpfer für sozial verantwortliche Investitionen, schlug die Gründung eines Nachhaltigkeits-Komitees vor, analog zu den bestehenden Komitees für Abfindungen und Personal. Mit Hinblick auf Gore machten sie den Vorschlag, Mitglieder der Unternehmensleitung direkt für den Umweltschutz bei Apple verantwortlich zu machen. Durch eine solche Maßnahme könne Apple eine „Führungsrolle in der Branche“ erreichen.

Weder Gore noch andere Mitglieder der Unternehmensführung antworteten direkt auf diese Vorschläge. Sie wurden beide bei der Abstimmung von den Aktionären abgelehnt.

Eric Schmidt, CEO von Google, war das nächste Mitglied der Führungsriege, das die Aktionäre aufs Ziel nahmen. Wieder ging es darum, ob er in den kommenden Konkurrenzkämpfen auf dem Handy-Markt eine schädliche Wirkung auf Apple haben könne. Googles Android-Plattform ist ein direkter Konkurrent des iPhone. Die Kritik wurde aber zurückgewiesen. Schmidt verhalte sich „korrekt“.

In der abschließenden Fragestunde ging es um Apples Rücklagen in Höhe von 40 Milliarden Dollar. CEO Steve Jobs sprach sich dafür aus, diese zunächst nicht anzutasten. „Bares gibt uns eine ungeheure Sicherheit und Flexibilität. Wir führen dieses Unternehmen sehr konservativ, was die Finanzen angeht. Man weiß ja nie, welche Gelegenheiten sich in der nächsten Sekunde ergeben können. Wir schätzen uns glücklich, dass wir ohne Kredit einen Scheck ausstellen können, wenn wir etwas kaufen wollen.“

Angesprochen auf eine mögliche strategische Allianz zwischen Nintendo und iTunes winkte Jobs ab. „Strategische Allianzen bedeuten einen Haufen Arbeit. Deshalb sollten auch wirklich große Gewinne dabei abfallen. Es ist aber vieles denkbar.“ Solch eine Allianz könnte bei Digitalvideos eine Konkurrenz zu Netflix sein.

Apple hatte bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen eine Rekordbilanz vorgelegt. Das letzte Quartal 2009 war mit 10,2 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) Umsatz und 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) Nettogewinn das beste in der Firmengeschichte.

Themenseiten: Apple, Business, Mobile, Quartalszahlen, Steve Jobs, iPhone

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