Microsoft zieht Beschwerde über Cryptome zurück

Die Website ist wieder online. Microsoft hat angeblich nie eine Schließung von Cryptome beabsichtigt. Ziel war nur die Löschung eines vertraulichen Dokuments. Auch darauf verzichtet das Unternehmen nun.

Microsoft hat seine Beschwerde über die Whistleblower-Seite Cryptome.org zurückgezogen. Der Softwareanbieter informierte den Provider Network Solutions gestern über seine Entscheidung. Inzwischen ist die Website wieder online. Auch das vertrauliche Dokument mit Informationen über Microsofts Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden kann wieder heruntergeladen werden.

„Auch wenn Microsoft davon ausgeht, dass die Verteilung der Datei gegen Urheberrechte verstößt, war nie beabsichtigt, den Zugang zu Cryptome.org zu sperren“, heißt es in einer E-Mail des Microsoft-Anwalts Evan Cox an Network Solutions, die Cryptome veröffentlicht hat. Nach Auskunft eines Sprechers wollte Microsoft nur eine Löschung des Dokuments erreichen. Aber auch darauf verzichte das Unternehmen nun.

Grund für die Beschwerde war die Veröffentlichung eines vertraulichen Dokuments, in dem Microsoft erläutert, auf welche Daten Strafverfolgungsbehörden von Microsofts Online-Diensten wie Hotmail, Live Spaces, Xbox Live oder Live Messenger zugreifen können. Microsoft sah darin einen Verstoß gegen das US-Gesetz Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Nach Ansicht des Betreibers von Cryptome.org, John Young, war die Veröffentlichung durch die Fair-Use-Klausel des DMCA gedeckt.

Cryptome.org ist wieder online, nachdem Microsoft seine Urheberrechtsbeschwerde zurückgezogen hat (Screenshot: Elinor Mills/CNET).
Cryptome.org ist wieder online, nachdem Microsoft seine Urheberrechtsbeschwerde zurückgezogen hat (Screenshot: Elinor Mills/CNET).

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