EU-Kommission ermittelt gegen Google

Grund sind Beschwerden mehrerer europäischer Unternehmen. Google soll der EU Informationen über das Ranking von Suchergebnissen zur Verfügung stellen. Der Suchanbieter sieht sich im Einklang mit geltenden Kartellgesetzen.

Die Europäische Union hat einem Bericht des Telegraph zufolge Kartellermittlungen gegen Google eingeleitet und Informationen über das Ranking von Suchergebnissen und Anzeigen angefordert. Die Wettbewerbshüter reagieren damit auf Beschwerden mehrerer europäischer Unternehmen, darunter der Preissuchmaschine Foundem und der Microsoft-Tochter Ciao, die ebenfalls Preisvergleiche anbietet.

Foundem hatte Google im August 2009 vorgeworfen, seine Website in den Suchergebnissen zu benachteiligen, da man mit Google konkurriere. Google wies die Vorwürfe damals als haltlos zurück und erklärte, Foundem werde wie jede andere Website behandelt und anhand relevanter Inhalte bewertet.

Der Suchanbieter hat die Anfrage aus Brüssel bestätigt. „Wir sind davon überzeugt, dass unser Geschäftsmodell den Interessen von Nutzern und Partnern dient und mit europäischen Wettbewerbsgesetzen übereinstimmt“, heißt es in einem Google-Blogeintrag.

Die Beschwerde von Ciao führt Google auf die Konkurrenz zu Microsoft zurück. „Ciao war lange Zeit ein AdSense-Partner von Google, zu dem wir immer eine gute Beziehung hatten“, so der Suchriese. „Allerdings erhalten wir seit der Übernahme von Ciao durch Microsoft 2008 Beschwerden zu unseren Geschäftsbedingungen.“ Auch dem Bundeskartellamt liegt eine Beschwerde von Ciao vor.

In den USA muss sich Google immer wieder mit wettbewerbsrechtlichen Untersuchungen, beispielsweise zum Google Book Settlement, auseinandersetzen. In Europa besitzt das Unternehmen sogar noch mehr Marktmacht als in Amerika. Googles Anteil am Suchmarkt beträgt europaweit um die 90 Prozent, im Vergleich zu etwa 65 Prozent in den USA.

Themenseiten: Business, Google, Suchmaschine

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