Journalist spielt CTO von Devil Mountain Software

Randall C. Kennedy gab sogar Verlagskollegen Interviews unter falschem Namen. Der Chefredakteur der InfoWorld hat ihn gekündigt. Seine Beiträge wurden von der Site entfernt.

ZDNet hat herausgefunden, dass der Chief Technical Officer (CTO) Craig Barth von Devil Mountain Software, einem Anbieter von Performance-Mess-Tools, gar nicht existiert. In Wahrheit heißt Barth Randall C. Kennedy und ist ein Kolumnist für die zum IDG-Verlag gehörende InfoWorld.

Kennedy soll diese Rolle sogar vor eigenen Verlagskollegen gespielt haben. Dem Kolumnisten wurde inzwischen von Chefredakteur Eric Knorr gekündigt. Seine Beiträge hat man von der Site gelöscht.

Knorr schreibt in seinem Blog: „Wir haben am Freitag, dem 19. Februar, festgestellt, dass einer unserer Autoren, Randall C. Kennedy, sich anderen Medien gegenüber für Interviews über Windows und andere Microsoft-Software-Themen als Craig Barth, CTO von Devil Mountain Software (auch bekannt als exo.performance.network), ausgegeben hat. Es gibt keinen Craig Barth. Kennedy hat ausgesagt, dass seine Erfindung ein fehlgeleiteter Versuch gewesen sei, sich selbst – das heißt: seine InfoWorld-Blogger-Persönlichkeit – von seiner Arbeit für Devil Mountain Software loszulösen.“

Gegenüber der ebenfalls zu IDG gehörenden Computerworld hatte Kennedy erklärt, dass 86 Prozent der Windows-7-Maschinen 95 Prozent des verfügbaren Systemspeichers benutzten. Der verantwortliche Redakteur, der die Geschichte schrieb, hatte seit Dezember 2007 nach eigenen Angaben etwa 15- bis 20-mal mit Barth gesprochen, aber bis zuletzt nicht gewusst, dass es sich um Kennedy handelte.

Zusätzlich zur doppelten Persönlichkeit des CTO gibt es noch weitere Probleme mit dem Devil-Mountain-Software-Tool „Windows Sentinel“: ZDNet hat herausgefunden, dass es aus datenschutzrechtlicher Perspektive nicht unbedenklich ist. Man kann es benutzen, um von außen die Systeme eines Kunden zu analysieren.

Das Unternehmen scheint es auch mit der Wahrheit nicht allzu genau zu nehmen. Ein wichtiger Firmenkunde, den auch der nicht existente CTO Barth gerne als Referenz zitierte, um für seine Software zu werben, will die Tools gar nicht im Einsatz haben.

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