Iran sperrt Google Mail

Schon seit Tagen kommt es zu Störungen bei der Nachrichtenübermittlung und beim Zugriff. Der Grund ist mittlerweile klar: Die Regierung befürchtet erneute Demonstrationen zum Jahrestag der Revolution.

Diskussion über Proteste gegen die iranische Präsidentenwahl (Screenshot: Twitter)
Diskussion über Proteste gegen die iranische Präsidentenwahl (Screenshot: Twitter)

Im Iran ist kein Zugriff auf Googles E-Mail-Dienst Google Mail mehr möglich. Die Regierung hat Berichten zufolge eine Totalsperre eingerichtet.

Das Wall Street Journal schreibt, die Regierung in Teheran habe verkündet, sie werde den E-Mail-Dienst langfristig sperren. Die iranische Telekommunikationsbehörde wolle stattdessen einen eigenen E-Mail-Dienst für die Bürger des Landes einführen. CNN berichtet von schon seit Tagen reduzierten Geschwindigkeiten und blockierten Textnachrichten. Und gegenüber Spiegel Online hat Google die Sperre selbst bestätigt.

Nach wie vor protestieren Menschen aufgrund der zweifelhaften Präsidentschaftswahl 2009 gegen die Regierung. Wegen des anstehenden Jahrestages der Revolution verschärft die Regierung derzeit wieder die Kontrollen.

Zunächst war nicht klar gewesen, woran die Ausfälle des Mail-Diensts lagen. Manche Nutzer spekulierten, die Einführung von Social-Networking-Funktionen unter dem Namen Buzz gestern habe nicht wie geplant funktioniert.

Wie schon vor einem Jahr ist auch Twitter ein wichtiger Kanal, um Informationen von Betroffenen zu erhalten. Ob die persische Regierung auch den Mikrobloggingdienst sperren will, ist noch unklar. Zuletzt war es im Dezember zu Einschränkungen im Iran gekommen, als sich die Tötung von drei protestierenden Studenten durch die iranische Polizei zum 56. Mal jährte und die Regierung ebenfalls Proteste erwartete.

Themenseiten: E-Mail, Google, Internet, Politik, Zensur

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