Google und Mozilla streiten über HTML-5-Video

Nach der Entscheidung von Google, Filme auf Youtube testweise als HTML-5-Video zu übertragen, regt sich Widerstand bei Mozilla. Streitpunkt ist das verwendete Videoformat. Die TestTube-Site setzt derzeit auf H.264, die Verantwortlichen bei Mozilla bevorzugen Ogg Theora.

HTML 5 legt zwar fest, wie Videos auf Websites eingebettet werden. Auf einen bestimmten Video-Codec wollten sich die Macher der Spezifikation aber nicht festlegen. Zur Zeit sind vor allem zwei Codecs im Gespräch: der quelloffene und kostenlose Ogg-Theora-Codec sowie der lizenzpflichtige H.264-Codec.

Mike Shaver, Vice President of Engineering bei Mozilla, beschwert sich in seinem Blog, dass sein Unternehmen 5 Millionen Dollar Lizenzkosten (3,5 Millionen Euro) im Jahr für die Verwendung des H.264-Codec zahlen müsste, wollten die Mozilla-Browser dieses Video-Format unterstützen. „Die Lizenzkosten treffen nicht nur Browser-Entwickler und deren Vertrieb. Sie sind auch ein Groschengrab für jeden, der Videoinhalte anbieten möchte“, schreibt er.

Mozilla-Programmierer Mike O’Callahan befürchtet, dass die Kosten nach dem 31. Dezember 2010, wenn die erste Lizenzperiode von H.264 ausläuft, noch steigen werden. „Gegenwärtig kosten H.264-Videos im Web nichts. Nach 2010 wird sich das ganz sicher ändern“, meint er. „Der Knackpunkt liegt nicht darin, wie teuer das genau ist, sondern dass man einen Rechtsanwalt benötigt und einen Lizenzvertrag mit der MPEG-LA (MPEG Licensing Administration) aushandeln muss, wenn man H.264-Inhalte anbieten will.“ Die MPEG-LA verwaltet offiziell die H.264-Patente.

Noch ist der Kampf der Video-Codecs offen. Google selbst wiegelt ab. „Die HTML-5-Unterstützung ist zur Zeit nur ein Experiment und ein Anfang. Wir wollen keinen Kommentar darüber abgeben, welchen Codec wir unterstützen werden. Wir sind aber offen für die Idee, mit der Zeit mehrere Codecs zu unterstützen.“ Google versucht gerade, On2 Technologies zu kaufen, die hinter dem Ogg-Theora-Codec stehen.

Neben Youtube unterstützt auch Vimeo H.264. Das sind zwei wichtige Anbieter, aber es gibt auch bedeutende Konkurrenz. Wikimedia will weiter Ogg Theora verwenden, ebenso wie Dailymotion. Bei den Browser unterstützt Firefox Ogg Theora, Chrome beide Codecs, Safari H.264 und Internet Explorer keinen von beiden.

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2 Kommentare zu Google und Mozilla streiten über HTML-5-Video

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  • Am 26. Januar 2010 um 14:22 von RalfonLinux

    Widerspricht sich das nicht ….
    [quote]Mike Shaver, Vice President of Engineering bei Mozilla, beschwert sich in seinem Blog, dass sein Unternehmen 5 Millionen Dollar Lizenzkosten (3,5 Millionen Euro) im Jahr für die Verwendung des H.264-Codec zahlen müsste, wollten die Mozilla-Browser dieses Video-Format unterstützen.[/quote]

    [quote]Mozilla-Programmierer Mike O’Callahan befürchtet, dass die Kosten nach dem 31. Dezember 2010, wenn die erste Lizenzperiode von H.264 ausläuft, noch steigen werden. „Gegenwärtig kosten H.264-Videos im Web nichts.[/quote]

    Der Chef meint, es sind 5M$, sein „Angestellter“ spricht von es wird noch teurer, z.Zt ist es aber kostenlos.

    Haben die Beiden eine Glaskugel ?

    Könnte ich mal die Lottozahlen von kommender Woche haben ?

    :scnr:
    Ralf

    • Am 26. Januar 2010 um 20:10 von mayly

      AW: Widerspricht sich das nicht ….
      alle angaben sind korrekt.

      1) mozilla müsste derzeit mehrere millionen für die softwarelizenz zahlen.
      2) ab 2011 werden die lizenzkosten erhöht.
      3) ab 2011 kostet auch das onlinestellen von h264-codierten videos privaten homepage-besitzern geld.

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