IBM-Forscher demonstrieren Magnetbänder mit vierzigfacher Speicherdichte

In einer Demonstration erreichten sie 29,5 Milliarden Bits pro Quadratzoll. Darauf aufbauend sollen Bandspeichersysteme mit 35 Terabyte pro Bandkassette entwickelt werden. Einsatzgebiet ist die Langzeitspeicherung großer Datenmengen.

Forscher von IBM Research in Zürich haben in Zusammenarbeit mit Fujifilm auf ein weiterentwickeltes Test-Magnetband 29,5 Gigabit pro Quadratzoll geschrieben. Das ist fast vierzigmal so viel, wie mit aktuellen Produkten erreicht wird. Sie wollten so belegen, dass eine der ältesten Technologien zur Datenspeicherung das Potenzial für weitere Kapazitätssteigerungen bietet und lange nicht zum alten Eisen gehört.

Um die Rekord-Speicherdichte zu erreichen, verbesserten die IBM-Forscher gemeinsam mit Fujifilm drei Jahre lang das zweifach beschichtete, auf Barium-Ferrit-Partikeln basierende Magnetband des japanischen Unternehmens. Durch die präzisere Positionierung der Lese- und Schreibköpfe können zudem 25-mal mehr Datenspuren auf dem unverändert 0,5 Zoll breiten Band untergebracht werden. Eine genauere Erkennung der einzelnen Bits ermöglicht zudem die 50-prozentige Steigerung der linearen Schreibdichte. Außerdem ist ein neuartiger, reibungsarmer Lese- und Schreibkopf notwendig.

Mit den neuentwickelten Technologien und Bändern kann künftig eine Kassette im LTO-Format bis zu 35 Terabyte an unkomprimierten Daten aufnehmen. Dies entspricht ungefähr dem 44-Fachen der Kapazität heutiger LTO-Kassetten der vierten Generation. Die Forscher glauben jedoch nicht, dass die Möglichkeiten damit ausgereizt sind. „Diese Demonstration ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Bandspeichern mit einer Schreibdichte von 100 Milliarden Bits pro Quadratzoll“, sagt Evangelos Eleftheriou, Leiter der Speichertechnologieforschung bei IBM Research in Zürich.

„Die Bandspeichertechnologie kann ihren Kostenvorteil gegenüber Festplattenspeichern und Flash weiterhin aufrechterhalten und ermöglicht auch künftig bezahlbare und robuste Datensicherung“, sagt Cindy Grossmann, Vice President für IBMs Bandspeicher- und Archivierungssysteme. Das gelte insbesondere für die verbliebenen Einsatzbereiche von Magnetbändern, etwa der Sicherung großer Mengen an Daten, die nicht regelmäßig benötigt würden, etwa Daten- und Videoarchive, Backup-Dateien sowie Sicherungskopien im Rahmen des Katastrophenmanagements oder der Einhaltung gesetzlicher Auflagen.

Gemessen an den Kosten pro Gigabyte liegen Magnetbänder bei der Langzeitspeicherung von Daten laut IBM bei einem Fünftel bis einem Zehntel gängiger Festplattenspeichersysteme. Weiterer Vorteil: Anders als ständig rotierende Festplatten benötigen Bandkassetten keinen Strom, wenn nicht auf sie zugegriffen wird.

Themenseiten: Business, Forschung, Fujifilm, Hardware, IBM, Storage

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