EU vergibt Galileo-Aufträge im Wert von einer Milliarde Euro

Die deutsche OHB System baut zunächst 14 der insgesamt 32 vorgesehenen Satelliten. Arianespace wird sie ins Weltall befördern. Die Kommission sieht die Entscheidung als Signal an die Bürger, dass Galileo auf einem guten Weg ist.

Die EU-Kommission hat drei von sechs Aufträgen für die Umsetzung des GPS-Konkurrenzsystems Galileo vergeben. Einer geht an die deutsche OHB System AG, die 14 Satelliten für das Navigationssystem baut.

OHB erhält insgesamt 566 Millionen Euro. Ein Subkontrakt sieht jedoch vor, dass ein britischer Satellitenhersteller, SSTL, als Partner von OHB davon 236 Millionen bekommt. Dies könnte eine politische Entscheidung sein, da Großbritannien sich mehrfach für eine Einstellung des Projekts ausgesprochen hatte.

Die weiteren 18 für Galileo vorgesehenen Satelliten soll entweder ebenfalls OHB oder die EADS-Astrium GmbH zusammensetzen. Diese Entscheidung fällt aber erst später.

Den Zuschlag für Supportsysteme im Wert von 85 Millionen Euro hat die italienische ThalesAlienaSpace bekommen. Den Launch soll die französische Arianespace für 397 Millionen Euro übernehmen. Sie wird dazu fünf Sojus-Raketen mit jeweils zwei Satelliten an Bord ins All schießen. Die Unterzeichnung der drei Verträge erfolgt in den kommenden Wochen.

Sojus-Raketenabschussrampe (Bild: Arianespace)
Sojus-Raketenabschussrampe (Bild: Arianespace)

„Mit diesen Entscheidungen schließen wir eine kritische Phase des Galileo-Programms ab“, sagt Antonio Tajani für die Kommission. „Wir können uns jetzt auf die tatsächliche Umsetzung konzentrieren und den europäischen Bürgerinnen und Bürgern zeigen, dass Europas Satellitensystem auf einem guten Weg ist.“

Das Satellitennetzwerk, das eine zivile Konkurrenz zum für das US-Militär geschaffene GPS werden soll, wurde Mitte der 1990er Jahre konzipiert. Die EU will es nach mehreren Verzögerungen bis 2013 abschließen. Wegen steigender Kosten und verpasster Termine gab es immer wieder Kritik.

Themenseiten: Business, European Union, GPS

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