Online-Investmentangebot als „Schwarzes Schaf“ gebrandmarkt

Der Negativpreis geht an die Betreiberfirma der Site "100euro-in30tagen.net". Die Schweizer Firma bietet angeblich Risikoinvestmentgeschäfte an. Auf Nachrichten von Kunden reagiert sie jedoch nicht.

Das 'Schwarze Schaf' des Monats Oktober geht an die Site 100euro-in30tagen.net (Bild: OpSec Security).
Das ‚Schwarze Schaf‘ des Monats Oktober geht an die Site 100euro-in30tagen.net (Bild: OpSec Security).

Die Betreiberfirma der Site 100euro-in30tagen.net erhält den von der Firma OpSec Security unterstützten Negativpreis „Das Schwarze Schaf“ im Monat November. Gerügt wird, dass das Unternehmen Verbrauchern mit Garantieversprechen Geld entlockt, jedoch später für Anfragen nicht erreichbar ist.

Der Website-Betreiber verspricht mit Risikoinvestmentgeschäften bei einem Einsatz von 100 Euro nach 30 Tagen einen Gewinn von 100 Euro. Laut den Verbrauchermeldungen, die OpSec erhalten hat, ist das Geld auf ein ausländisches Konto zu überweisen und der Betreiberfirma die Einzahlung anschließend per E-Mail zu bestätigen. Wie Betroffene berichten, können diese E-Mails jedoch nicht zugestellt werden, da die Mailbox angeblich geschlossen ist. So haben sie zwar Geld investiert, jedoch bisher nichts dafür erhalten. Im Augenblick ist die Site nicht erreichbar, bei Aufruf wird ein Administratorpasswort verlangt.

OpSec Security kritisiert, dass die Homepage den Anschein erwecke, als sei eine Verdopplung der investierten Summe garantiert. Diesen Eindruck vermittle das Unternehmen etwa mit Formulierungen wie „Monatlich Geld kassieren, statt nur in der Nase zu bohren und sich fragen woher nehm ich das Geld ? DANN WIRD ES ABER ZEIT – JETZT ODER NIE ! Investieren Sie EUR 100 – erhalten Sie EUR 200.“ oder „Sie haben zwei Möglichkeiten: Spielen Sie in Online Casinos – innert Sekunden ist Ihr Einsatz verloren. Investieren Sie bei uns – innert 30 Tagen ist Ihr Einsatz verdoppelt!

OpSec Security geht jedoch davon aus, dass dies nur eine Masche der Firma ist, um User zur Einzahlung zu bewegen. Was dann jedoch mit dem Geld passiert, ob und wie es angelegt wird, kann der Kunde nicht nachvollziehen. „Insgesamt lassen die Seite und das Vorgehen der Betreiberfirma darauf schließen, dass es sich um ein äußerst unseriöses Angebot handelt“, sagt Hubert Neuner, einer der Geschäftsführer von OpSec Security.

Die Seite sei insgesamt sehr unübersichtlich gestaltet und wirke äußerst unprofessionell. „Während der Anbieter einerseits auf der gesamten Seite betont, dass sich die eingezahlte Summe verdoppelt, weist er andererseits nur an einer Stelle kurz darauf hin, dass der Einsatz auf eigenes Risiko erfolgt und keine rechtlichen Ansprüche bestehen, falls die Investition nicht erfolgreich war.“ Damit werde das tatsächliche Risiko eines solchen Investmentgeschäftes fahrlässig heruntergespielt. „Da die Firma ihren Sitz in der Schweiz hat und die Einzahlung über Online-Bezahlsysteme erfolgt, werden Kunden ihr Geld wohl nicht wiedersehen.“

Mit der Negativ-Auszeichnung „Schwarzes Schaf“ will OpSec seit April 2006 Verbraucher auf unseriöse Verkaufsmethoden von Onlinehändlern beziehungsweise Onlineshops aufmerksam machen und sie zur Vorsicht anhalten. Einmal im Monat wird dazu unter allen von Verbrauchern und Firmen gemeldeten Fällen die aus Sicht der Jury „dreisteste Rechtsverletzung im Internet“ ausgewählt.

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