Britischer Datenschützer fordert Haftstrafen für illegalen Datenhandel

Die derzeit gültigen Geldbußen sind keine ausreichende Abschreckung. Hintergrund ist ein Fall von Datenmissbrauch bei einem Mobilfunkanbieter. Mitarbeiter haben Informationen über Kunden an die Konkurrenz verkauft.

Der britische Datenschutzbeauftragte Christopher Graham hat Haftstrafen für den unerlaubten Verkauf von persönlichen Daten gefordert. Grund sind Ermittlungen seiner Behörde gegen Mitarbeiter von T-Mobile in Großbritannien. Die Männer sollen Daten von tausenden Kunden an ein Konkurrenzunternehmen verkauft haben.

Nach Angaben des Information Commissioners Office (ICO) haben die Beklagten Details zu Mobilfunkverträgen wie Namen, Telefonnummern und Laufzeiten weitergegeben. Angestellte eines Konkurrenten hätten die Daten anschließend zu Werbezwecken genutzt.

„Die Ermittlungen haben ergeben, dass die Informationen für eine beachtliche Summe an verschiedene Händler verkauft wurden“, sagte Graham. Der Datenschutzbeauftragte erklärte, er wolle den gesamten illegalen Handel mit Daten stilllegen. Das sei aber nur möglich, wenn den Verbrechern Haftstrafen drohten. Die derzeit gültigen Geldbußen hielten Kriminelle nicht davon ab, sich an diesem lukrativen Geschäft zu beteiligen.

Die britische Regierung prüft eine Erhöhung der Geldstrafen, die Unternehmen im Fall von Datenverlusten zahlen müssen, von 5000 Pfund auf bis zu 500.000 Pfund (565.000 Euro). Die überarbeiteten Telekommunikationsgesetze der EU sehen zudem eine Meldepflicht für Datenverluste oder –diebstähle vor.

Themenseiten: Big Data, Datenschutz, Privacy, T-Mobile

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