SchülerVZ soll Hacker Schweigegeld geboten haben

Das geht angeblich aus einem Chatprotokoll hervor. Das Unternehmen weist die Berichte zurück. Der vermeintliche Datendieb hatte Ende Oktober in Untersuchungshaft Selbstmord begangen.

Das soziale Netzwerk SchülerVZ hat dem 20-jährigen Hacker, der Millionen von Datensätzen des Portals gestohlen hatte und in der vorvergangenen Woche Selbstmord beging, angeblich Schweigegeld geboten. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Chatprotokolle.

Der Technikchef der VZ-Gruppe – die Firma VZnet Netzwerke betreibt SchülerVZ, StudiVZ und meinVZ – habe den Hacker, der unter dem Pseudonym „Exit“ auftrat, am 17. Oktober über das Internet kontaktiert, so das Blatt. In dem stundenlangen Dialog habe das Unternehmen mehrmals das Thema Geld angesprochen.

Wenn man es schaffe, die Daten zu lokalisieren und zu löschen, dürfe „uns das auch was kosten“, habe es etwa geheißen. Oder: „Du – und andere können bei uns rumhacken, wie sie wollen. Ich bezahl euch sogar gerne dafür“ – unter der Bedingung: „Wenn ich jemanden dafür bezahle, möchte ich, dass das nicht publik wird.“

Noch in der vergangenen Woche hatte VZnet Netzwerke bestritten, dass es zuerst die VZ-Seite gewesen sei, die Geld für die Daten oder den Crawler in Aussicht gestellt habe. Solche Vorwürfe wurden unter anderem im VZ-Blog entschieden zurückgewiesen.

Als erste Reaktion auf die vom Spiegel veröffentlichten Chat-Passagen sagte VZ-Geschäftsführer Markus Berger-de León: „Zu Einzelheiten nehme ich keine Stellung.“ Gleichzeitig sprach er aber auch von „einer Tragödie in zwei Kapiteln“, er sei immer noch „tief geschockt“. Alles, was nach dem Eintreffen der Polizei passiert sei, liege aber in der Verantwortung der zuständigen Behörden und des Strafverteidigers.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl, Datenschutz, Networking, Soziale Netze, StudiVZ

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