Weniger Outsourcing in Europa

Im vergangenen Quartal gab es in der Region nur 68 Vertragsabschlüsse mit über 20 Millionen Dollar Volumen. Dies führt zum niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Den höchsten Gesamtvertragswert verbuchen nun die amerikanischen Staaten.

Der „3Q09 EMEA TPI-Index“ zeigt, dass die Outsourcing-Aktivitäten in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA) trotz globaler Rekord-Aktivitäten im dritten Quartal schwächeln. TPI ist ein weltweit tätiger Outsourcing-Berater und Marktforscher.

Der Index, der kommerzielle Outsourcing-Verträge mit einem Wert von mindestens 20 Millionen Euro erfasst, verzeichnete für die Region 68 Geschäftsabschlüsse mit einem Gesamtvertragswert von 5,2 Milliarden Euro (Total Contract Value; TCV). Der TCV in EMEA sank damit vom zweiten Quartal 2009 um 4 Prozent und im Vergleich zum dritten Quartal 2008 um 12 Prozent auf den niedrigsten Stand der letzten sechs Jahre.

Für die ersten drei Quartale dieses Jahres liegt der TCV in EMEA bei insgesamt 18 Milliarden Euro – das ist ein Rückgang gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 45 Prozent und entspricht dem niedrigsten Ergebnis dreier Quartale seit 2002. Während EMEA hinsichtlich der Zahl der Verträge nach wie vor weltweit die Spitzenregion darstellt, nehmen im Gesamtvertragswert jetzt die Staaten des amerikanischen Kontinents den ersten Platz ein.

Weltweit wurden während des dritten Quartals 139 Verträge mit einem TCV von 19,7 Milliarden Euro abgeschlossen, der höchsten bislang erfassten Summe für ein drittes Quartal. Sie entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Zuwachs um 40 Prozent. Allerdings läge der weltweite TCV ohne einige wenige Mega-Verträge im Telekommunikationsbereich bei lediglich 13,7 Milliarden Euro.

Mit dem Gesamtergebnis für die ersten drei Quartale von mehr als 50 Milliarden Euro blieb der weltweite TCV 10 Prozent unter dem Vergleichswert für 2008 und liegt um 23 Prozent niedriger, wenn man Telco-zu-Telco-Aktivitäten ignoriert.

„In diesem Jahr kämpft der Outsourcing-Markt in Europa bis jetzt mit problematischen wirtschaftlichen Bedingungen und konnte nicht von Transfers zwischen TK-Unternehmen profitieren, die weltweit für wirtschaftlichen Auftrieb sorgten“, sagt Duncan Aitchison, Partner & President TPI EMEA. „Dennoch sind wir vorsichtig optimistisch, was die nächsten sechs bis neun Monate für die Region betrifft – was auf signifikanten vorbereitenden Aktivitäten im Bereich Information Technology Outsourcing (ITO) beruht, die etliche weitreichende Geschäftsbeziehungen betreffen.“

Einen Lichtblick im internationalen Markt bringt demnach auch das Wiederaufleben von Mega-Geschäftsabschlüssen, deren Verträge einen Wert von 800 Millionen Euro oder höher beinhalten. Der Gesamtvertragswert von 11 Milliarden Euro für Mega-Verträge, die zu mehr als 50 Prozent auf Telco-zu-Telco-Abkommen entfallen, war das höchste Quartalsergebnis seit Ende 2002. In EMEA allerdings sank der Markt für Mega-Deals im Jahresverlauf um 67 Prozent.

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