Mozilla-Management will Umstieg auf Firefox 3.6 beschleunigen

Dazu soll die Änderung als "Minor Update" deklariert werden. Nur diese Art Aktualisierung wird Nutzern automatisch zum Download vorgeschlagen. Nicht alle Community-Mitglieder sind aber mit der strategischen Änderung einverstanden.

Die Geschäftsführung von Mozilla möchte die Anwenderbasis „möglichst schnell auf Firefox 3.6 migrieren“. Dazu soll das Versionsupdate als „Minor Update“ klassifiziert werden, wie Firefox-Direktor Mike Beltzner auf einer Mailingliste schreibt. Was sich nach einer Kleinigkeit anhört, ist bei genauem Hinsehen eine Tempoverschärfung, die Folgen für Anwender und Programmierer von Firefox haben könnte.

Logo von Firefox

Als „Minor Update“ (kleine Aktualisierung) deklarierte Mozilla bisher Upgrades etwa von 3.5.3 auf 3.5.4. Sie werden nach kurzer Rückfrage beim Anwender installiert. „Major Updates“ (große Aktualisierungen) dagegen muss der Anwender selbst aktiv herunterladen. Erst nach Ablauf einer garantierten Lebenszeit – im Fall von Firefox 3.0 ist das beispielsweise Januar 2010 – weist Mozilla von sich aus auf die Notwendigkeit einer Aktualisierung hin.

Beltzner schreibt: „Firefox 3.6 wird primär ein Release mit Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Stabilität, Geschwindigkeit sein, das gegenüber Firefox 3.5 keinerlei Änderungen am Interface vornimmt. Daher meine ich, dass wir es als Kandidaten für ein ‚Minor Update‘ ins Auge fassen sollten, was die Definition dessen erweitern würde, was wir über diesen Mechanismus verteilen.“

Als Grund für die Veränderung des Update-Prozesses gibt Beltzner an, man müsse mit dem Wandel der Browserwelt Schritt halten. „Die Technik von Webbrowsern ändert sich immer schneller, und wir sollten sicherstellen, dass wir unseren Anwendern eine zeitgemäße Erfahrung bieten.“ Die Erwartungen der Nutzer hätten sich geändert, seit Firefox 1.5 den Update-Mechanismus eingeführt habe. „Viele Anwendungen, auf die Browsernutzer heute zugreifen, liegen in einer Cloud. Updates werden dort häufig und transparent ohne Rückfrage beim Anwender eingespielt. Das war vor ein paar Jahren noch anders.“

Beltzner gesteht aber auch ein, dass die Lage bei Desktop-Anwendungen nicht immer so einfach wie geschildert ist. Oft funktionieren Add-ons nach einem größeren Browser-Update erst, wenn auch sie aktualisiert wurden. „Add-on-Kompatibilität ist einer der Hauptgründe, warum Anwender nicht auf eine neue Version wechseln“, sagte er.

Bedenken äußerte beispielsweise John Barton, ein IBM-Mitarbeiter, der am bei Webentwicklern beliebten Add-on Firebug mitarbeitet: „Wir sind etwas verwirrt und finden, dass Mozilla sich entscheiden sollte, ob das Update 3.5.5 oder 3.6 ist. Als ‚Minor Update‘ sollte man es mit der Bezeichnung 3.5.5 veröffentlichen. Wenn es sich um größere Änderungen handelt, dann eben nicht.“ Allerdings betonte er auch, dass er sich für häufigere Updates des Browsers einsetze.

Die erste Beta von Firefox 3.6 steht Mozilla zufolge für das Wochenende oder Anfang nächster Woche an. Eine zweite Beta ist derzeit nicht geplant. Gegen Jahresende soll die Final erscheinen.

Firefox 3.6 auf einem Notebook (Foto: Stephen Shankland/CNET).
Kleine oder große Änderung? Durch den Zugriff auf den Lagesensor eines Notebooks kann Firefox 3.6 Grafiken an die Ausrichtung des Geräts anpassen (Screenshot: Stephen Shankland/CNET).

Themenseiten: Browser, Business, Firefox, Mozilla, Software

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