Windows-Mobile-Zwischenschritt: Wo ist die Innovation?

Gestern hat Microsoft die Version 6.5 seines Handy-Betriebssystems veröffentlicht. Doch dessen "Neuerungen" kennt man eigentlich alle schon von anderen Herstellern, Betriebssystemen oder Mobiltelefonen. So ist der Marketplace das Windows-Pendant zu Apples App Store oder dem Android Market. Und mit dem Synchronisationsdienst MyPhone ziehen die Redmonder mit Apples MobileMe gleich. Auch Dienste, die das Handy nach Diebstahl per Internetzugriff löschen oder es (auch im stummgeschalteten ...

Gestern hat Microsoft die Version 6.5 seines Handy-Betriebssystems veröffentlicht. Doch dessen „Neuerungen“ kennt man eigentlich alle schon von anderen Herstellern, Betriebssystemen oder Mobiltelefonen. So ist der Marketplace das Windows-Pendant zu Apples App Store oder dem Android Market. Und mit dem Synchronisationsdienst MyPhone ziehen die Redmonder mit Apples MobileMe gleich. Auch Dienste, die das Handy nach Diebstahl per Internetzugriff löschen oder es (auch im stummgeschalteten Modus) klingeln lassen, gibt es bei Apple seit der Einführung des iPhone 3GS.

Der neue Internet Explorer 6 stellt Internetseiten zügig dar, und sie lassen sich auch gut verkleinern, aber auf iPhone oder mit Opera Mobile klappt alles etwas geschmeidiger. Zudem sieht beim IE6 die Schrift von verkleinerten Webseiten viel zu pixelig aus. Dafür unterstützt der Browser Flash Lite. Damit lassen sich Videos auf Youtube ansehen, ohne dass sie vorher umgewandelt werden müssen, wie es etwa bei Android der Fall ist.

Dass man sein Windows-Mobile-6.5-Handy jetzt auch mit Widgets personalisieren kann – naja, was gibt es dazu zu sagen? LG, Samsung und Co bieten Widgets seit geraumer Zeit an. Wirklich neu ist wahrscheinlich nur, dass alle Windows-Mobile-Geräte als „Windows Phone“ feilgeboten werden. Unter dieser Marke will das Unternehmen verstärkt den Consumer-Markt ansprechen.

Die Nutzeroberfläche ist schön geworden. Die Icons sind größer und lassen sich besser antippen. Auf einen Stylus kann der Nutzer jetzt verzichten – die Bedienung per Touchscreen gelingt sehr gut. Selbst das Scrollen funktioniert nun flüssig. Es ist aber auch Zeit geworden, dass das Betriebssystem in diesem Bereich eine Verbesserung erfahren hat.

Die Neuerungen von Windows Mobile 6.5 sind allesamt gut gelungen, so dass man damit sogar auf die von den Telefonherstellern entwickelten zweiten Benutzeroberflächen wie TouchFlo oder S-Class verzichten könnte. Aber was fehlt, sind wirkliche Innovationen.

Mit WM 6.5 bringt Microsoft sein mobiles Betriebssystem zumindest wieder auf den Stand aktueller Konkurrenzsoftware. Vielleicht – oder besser hoffentlich – kommen mit Windows Mobile 7 revolutionäre Ideen, sonst dürfte Microsoft in diesem Segment noch mehr Marktanteile verlieren.

Hatten Sie schon die Gelegenheit, Windows Mobile 6.5 auszuprobieren? Werden Sie es tun? Es ist wirklich nicht schlecht, aber ein Aha-Effekt fehlt.

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1 Kommentar zu Windows-Mobile-Zwischenschritt: Wo ist die Innovation?

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  • Am 7. Oktober 2009 um 22:52 von Torty

    Das HTC Hero kann flash
    in beliebigen Android Broser.

    Torty

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