Studie: Medienunternehmen steigen massiv ins Internetgeschäft ein

Die Zahl der Übernahmen von Internetportalen hat sich seit 2005 versechsfacht. Vor allem Verlage investieren gezielt in Online-Angebote. Premiuminhalte spielen künftig eine wichtige Rolle.

Die Zahl der Übernahmen von Internetportalen hat sich laut der Studie „Der Online-Faktor: Von der Integration zur Transformation“ (PDF) seit 2005 versechsfacht. Dabei stammen 36 Prozent aller Investitionen in Online-Portale von Verlagen. Die Untersuchung hat das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom durchgeführt.

Im europäischen Schnitt hat die Zahl der Übernahmen und Fusionen, an denen Unternehmen der Internetwirtschaft als Käufer oder Gekaufte auftreten, der Studie zufolge seit 2005 um rund 130 Prozent zugelegt, in Deutschland sogar um 161 Prozent. Damit trage die Online-Branche den Anstieg der Transaktionen im gesamten Medien- und Unterhaltungsbereich praktisch allein.

Die größten Medien- und Unterhaltungsmärkte Europas sind zugleich die aktivsten Länder bei Übernahmen und Fusionen. Eine Gegenüberstellung der jeweiligen Nationen als Investor beziehungsweise als Investitionsziel zeigt, dass von den Top-Ten-Nationen insbesondere Deutschland, Spanien, Italien und Russland häufiger Ziel von Aufkäufen sind als umgekehrt. Zugleich zeichnet sich eine Verschiebung von West nach Ost ab – vorrangig nach Russland und Polen. Die Investitionen in Osteuropa stiegen von 2005 bis 2008 um 75 Prozent. Die Investitionen in Russland legten im gleichen Zeitraum um 153 Prozent zu, für Polen stiegen sie um 150 Prozent.

„Verlage, Sender und Produzenten kaufen derzeit gezielt Internet-Unternehmen auf, um besser in der Online-Wirtschaft Fuß zu fassen“, sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. „Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise beschleunigt diese strukturellen Veränderungen. Fusionen und Übernahmen haben dabei einen noch wichtigeren Stellenwert als bisher“, erklärt Hanno Hepke, Partner bei Ernst & Young.

Der Aufbau eines eigenen Netzwerks ist laut Bitkom langwierig. Zugleich sei es unsicher, ob tatsächlich eine große Community gebildet werden könne. Beim Kauf eines bestehenden Netzwerks hingegen seien Zahl und Zusammensetzung der vielfach sehr engagierten Nutzer bekannt – die Chance, schnell und einfach neue Zielgruppen zu erreichen, entsprechend groß. Umgekehrt profitierten die Portale von den Inhalten und der Qualität der traditionellen Medien.

In Zukunft, so die Studie, werden Geschäftsmodelle mit Premiuminhalten eine wichtige Rolle spielen. Das werbefinanzierte Basisangebot werde dabei durch ein gebührenfinanziertes Premiumangebot ergänzt.

Themenseiten: Bitkom, Business, Ernst & Young, Internet, Networking, Soziale Netze, Übernahmen

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