VDSL-Streit: Verhandlungen der Telekom mit Wettbewerbern erneut gescheitert

Die Branchenverbände Breko und VATM fordern nun eine schnelle Entscheidung des Regulierers. Bis dahin gibt es ihrer Ansicht nach keine Chance, konkrete Gespräche weiterzuführen.

Der Streit zwischen der Deutschen Telekom und ihren Mitbewerbern um die Öffnung des VDSL-Netzes zieht sich weiter hin. Die jüngsten Verhandlungen mit der Telekom über den Zugang zur für den Breitbandausbau benötigten Glasfaser-Infrastruktur seien ergebnislos beendet worden, teilten der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) am Donnerstag mit.

„Auch beim heutigen Gespräch konnte kein Konsens zwischen den Marktteilnehmern erreicht werden“, so die Verbände. Für mögliche Coinvest-Modelle sähen die Beteiligten vorerst ebenfalls keine Chance, konkrete Verhandlungen weiterzuführen, bevor nicht die beantragten Regulierungsentscheidungen erfolgt seien.

Die Telekom habe kürzlich gefordert, die Branche benötige möglichst schnell Planungssicherheit, um die Breitbandziele der Bundesregierung umsetzen zu können. Das unterstützten auch die beiden Verbände. „Es kann aber keinesfalls sein, dass Planungssicherheit ausschließlich zu den Konditionen der Deutschen Telekom zu erhalten ist“, sagten Breko-Geschäftsführer Stephan Albers und VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner unisono.

„Wir appellieren dringend an die Bundesnetzagentur, über eine wettbewerbsgerechte Ausgestaltung der Rahmenbedingungen inklusive fairer Preise zu entscheiden. Die Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass sie allen Marktteilnehmern und Investoren gleichermaßen Anreize für den weiteren Breitbandausbau bieten“, so Grützner und Albers.

Anfang des Monats hatte die Telekom selbst die Bundesnetzagentur eingeschaltet und Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanalanlagen, der nicht genutzten Glasfaserstrecken (so genannte Dark Fiber) sowie den Zugang zu Schaltkästen beantragt. Damit war sie dem Konkurrenten Vodafone zuvor gekommen, der bereits damit gedroht hatte, notfalls den Regulierer einzuschalten.

Im März hatte die Telekom angekündigt, dass Wettbewerber künftig ihr VDSL-Netz für Telefon- und Internetanschlüsse nutzen könnten. Der Einstiegspreis soll bei etwa 30 Euro pro Anschluss im Monat liegen und umso stärker sinken, je mehr Kunden für das Netz gewonnen werden. Nach Vodafone hatte zuletzt auch 1&1 einen VDSL-Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom unterzeichnet. Bislang bietet die Telekom VDSL in mehr als 50 deutschen Städten mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 25 bis 50 MBit/s an.

Themenseiten: BREKO, Breitband, Deutsche Telekom, Internet, Kommunikation, Telekommunikation, VATM, Vodafone

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