Bericht: Metalle für Displays gehen aus

Die Tantalreserven reichen bei gleich bleibenden Handy-Verkaufszahlen noch 60 Jahre. Als Alternative kommt Niob in Frage. Für das seltene Indium hat die Bildschirmbranche noch keinen Ersatz gefunden.

Reines Tantal
Reines Tantal (Bild: gemeinfrei)

Nicht nur die Erdölvorräte werden in den nächsten Jahren knapper, sondern auch Metalle wie Tantal oder Indium, berichtet das Magazin „Nachrichten aus der Chemie„. Diese Rohstoffe benötigt die Industrie aber dringend für Mobiltelefone, Notebooks und Displays. Die Zeitschrift der Gesellschaft deutscher Chemiker nennt auch Lösungsansätze: So könnte das Element Niob Tantal ersetzen, und auch verstärktes Recycling würde helfen.

Aus Tantal fertigt man besonders kleine und leistungsfähige Kondensatoren für immer kleinere Displays. Mit den Verkaufszahlen von Handys und Smartphones steigt der Bedarf an Tantal – und somit sein Preis. Die weltweiten Tantalreserven betragen etwa 180.000 Tonnen, der Bedarf lag im Jahr 2006 bei etwa 3000 Tonnen.

Tantal kommt als Erz nur in wenigen Ländern vor. Zu ihnen zählt vor allem die Demokratische Republik Kongo. Immer mehr Unternehmen sehen inzwischen aber davon ab, Tantal aus dem Kongo zu beziehen, denn zu eng korreliert der Handel von Erzen mit Waffenimporten für den Bürgerkrieg. Recycling von Tantalschrott trägt nur zu zehn Prozent zur Versorgung mit Tantal bei: Die Aufarbeitung von Platinen lohnt sich zurzeit nicht. Eine Alternative zu Tantal ist das Element Niob. Einige Spielkonsolen und Notebooks arbeiten bereits mit Niobkondensatoren.

Aus Indiumerzen gewinnt man vor allem zinndotiertes Indiumoxid. Dieses Material ist transparent und leitfähig. Es eignet sich daher besonders gut für Displays, Leuchtdioden und Solarzellen. Aussagen darüber, wie viel Indium es auf der Welt noch gibt, sind widersprüchlich: Noch bis vor kurzem galten die Vorräte als so gut wie erschöpft, neuere Statistiken sprechen von 16.000 Tonnen Indiumreserven. Eine Alternative zu zinndotiertem Indiumoxid für Solarzellen ist aluminiumdotiertes Zinkoxid. Für Flachbildschirme und organische Leuchtdioden gibt es jedoch noch keine Alternativen zu Indium.

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2 Kommentare zu Bericht: Metalle für Displays gehen aus

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  • Am 13. August 2009 um 15:34 von Michael B.

    typo
    "berichtet das Magazin "Nachrichten aus der Chemie" berichtet."

    • Am 13. August 2009 um 15:37 von ZDNet-Redaktion

      AW: typo
      Danke, korrigiert.

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