Deutsche Bahn sammelt heimlich Krankendaten ihrer Mitarbeiter

Die gesammelten Informationen sollen auch innerhalb des Konzerns weitergegeben worden sein. Nach Angaben des Unternehmens sind aber nur wenige Beschäftigte betroffen. Die für die Datensammlung Verantwortlichen müssen den Konzern verlassen.

Die Bespeitzelungsaffäre bei der Deutschen Bahn zieht immer weitere Kreise. Wie das Unternehmen jetzt eingeräumt hat, wurden in den Regionalbereichen der DB Sicherheit GmbH illegal Listen mit Krankendaten von Mitarbeitern geführt. Die gesammelten Informationen seien auch innerhalb des Konzerns weitergegeben worden.

Der Vorstand zog aus dem erneuten Datenskandal die Konsequenzen und kündigte an, sich von den Verantwortlichen zu trennen. Der neue Bahnchef Rüdiger Grube hatte bereits im Mai entschieden, dass der frühere Geschäftsführer der DB Sicherheit, Jens Puls, das Unternehmen verlassen muss. Puls gilt als Schlüsselfigur im Deutsche-Bahn-Skandal, dem mehrere massenhafte, heimlich durchgeführte Abgleiche von Mitarbeiterdaten zur Last gelegt werden.

Von den bundesweit rund 2200 Mitarbeitern des Tochterunternehmens, das für Schutz- und Sicherheitsdienste zuständig ist, sei nur eine sehr kleine Zahl von der Datensammlung betroffen. Die weitergegebenen Krankeninformationen sind nach Aussage des Unternehmens nicht-arbeitsspezifische Daten. Diese dürfen laut Gesetz nicht erhoben werden. Andere Krankheitsdaten, mit denen der Arbeitgeber etwa die Arbeitsplatzsicherheit verbessern kann, dürften weitergegeben werden, erklärte die Bahn.

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