Outsourcing: Kosten stehen nicht mehr im Mittelpunkt

Die Krise beflügelt Outsourcing kaum. Statt Kosten um jeden Preis zu senken, prüfen Firmen gezielt, welcher Mehrwert für sie entsteht. So der Tenor mehrerer aktueller Studien. ZDNet fasst auch deren weitere Ergebnisse zusammen.

Auf der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten stellen derzeit fast alle Firmen ihre Strukturen auf den Prüfstand. Ein einfacher Weg, schnell große Kostenblöcke loszuwerden, scheint für viele auf den ersten Blick Outsourcing zu sein. Zumindest für die, die sich bisher damit noch nicht oder nur wenig beschäftigt haben.

So sahen laut Steria Mummert Consulting Ende 2008 rund 46 Prozent der Unternehmen den wichtigsten Vorteil von Outsourcing in möglichen Kostensenkungen. Fast alle rechneten mit Einsparungen von mehr als zehn Prozent. Besonders für Firmen, deren Umsatz im vergangenen Jahr gesunken ist, spielte dieser Faktor eine große Rolle. Und einer europaweiten CIO-Umfrage von Harvey Nash zufolge wollen 60 Prozent der in Deutschland befragten Firmen ihr Outsocuring-Budget dieses Jahr erhöhen oder zumindest beibehalten. Auch in dieser Studie sind Kosteneinsparungen der wichtigste Aspekt. Drei Viertel hoffen ihn beim Infrastruktur-Outscourcing erzielen zu können Fast 60 Prozent rechnen beim Outscourcing der Entwicklung beziehungsweise Betreuung von Anwendungssoftware mit geringeren Kosten.

Andere Studie und Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds eine Trendwende einsetzt. Gerade erfahrenere Outsourcing-Nutzer, die sich augenblicklich mit der von vielen als Second-Generation-Outsourcing bezeichneten Verlängerung oder Erneuerung von bestehenden Verträgen befassen, rücken nämlich andere Aspekte in den Vordergrund.

Das belegen mehrere aktuelle Umfragen und Studien. Deren Tenor: Die Unternehmen haben erkannt, dass sich Kosten bei gleichbleibender Qualität nur bis zu einem gewissen Punkt drücken lassen. Danach geht die von den Outsourcern vielbeschworene „Innovationspartnerschaft“ in die Brüche, denn auch Rationalisierungseffekte haben ihre Grenzen und neue Hard- und Software kostet – auch wenn sie im großen Stil eingekauft wird – immer noch Geld.

Glaubt man den Ergebnissen der Umfragen der Experton Group und den Analysten von Pierre Audoin, dann rückt in letzter Zeit Flexibilität verstärkt in den Vordergrund. Dazu tragen möglicherweise auch die Diskussionen und Überlegungen rund um Software-as-a-Service und Cloud Computing bei, wo ja neben den niedrigeren Kosten die höhere Flexibilität ebenfalls ein wichtiges Argument ist. Obwohl beide Angebote erst von vergleichsweise wenig Firmen genutzt werden, scheinen die Argumente auf offene Ohren gestoßen zu sein. Aber bevor sie sich auf Neuland wagen, probieren viele Manager offenbar erst einmal aus, ob sich die propagierten Vorteile nicht auch mit herkömmlichen Methoden erreichen lassen.

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