Sophos: Spammer missbrauchen vermehrt Social-Media-Services

Per Kurz-URLs wollen sie Nutzer auf schädliche oder anstößige Websites locken. Der meiste Spam kommt weiterhin aus den USA. In Russland und Deutschland geht der Versand hingegen stetig zurück.

Spammer nutzen immer öfter Web-2.0- und Social-Media-Services für ihre kriminellen Attacken. Zu diesem Ergebnis kommt der Sicherheitsanbieter Sophos bei seiner Analyse zur Spam-Verbreitung für das zweite Quartal 2009.

Die Adressaten der unerwünschten Nachrichten seien vor allem Nutzer von sozialen Netzwerken, Microblogging-Angeboten wie Twitter oder Kurz-URL-Diensten wie TinyURL. Spammer versuchten, Internetadressen durch Kurz-URLs zu verschleiern, die Links als Spam zu versenden, und so Anwender auf infizierte oder anstößige Websites zu locken. Im Juni wurden beispielsweise die Systeme des Kurz-URL-Anbieters Cli.gs von Hackern manipuliert, so dass rund 2,2 Millionen Kurzlinks vorübergehend auf einen fremden Blog-Beitrag verwiesen.

Laut der Sophos-Analyse stammten die meisten Spam-Nachrichten zwischen April und Juni aus den USA, die mit einem Anteil von 15,6 Prozent erneut die Rangliste der zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand anführen. Dafür konnte Russland – in der Vergangenheit eine der Top-Spam-Nationen – den Spam-Versand deutlich eindämmen, so dass es mit 3,2 Prozent nur noch auf Rang neun liegt. Gleiches gilt für Deutschland, das mit 1,98 Prozent weiterhin den 15. Platz einnimmt. Die Schweiz und Österreich finden sich auf den Rängen 44 (0,34 Prozent) beziehungsweise 52 (0,24 Prozent) wieder.

Den stärksten Zuwachs beim Spam-Versand verzeichnete im zweiten Quartal Polen (Platz sechs): Von dort aus wurden 4,2 Prozent aller Spam-Mails verschickt. Im ersten Quartal hatte der Anteil noch 2,6 Prozent (Platz zehn) betragen. Einziger Neueinsteiger ist Vietnam auf Rang zwölf (2,3 Prozent), das Kolumbien aus der Rangliste verdrängt hat.

Der Vergleich der Kontinente zeigt gegenüber dem ersten Vierteljahr ein unverändertes Bild: Nach wie vor kommt ein Drittel aller Spam-Mails aus Asien. Europa belegt den zweiten Platz mit einem Anteil von 27,1 Prozent, gefolgt von Südamerika (19,4 Prozent), Nordamerika (18,8 Prozent) und Afrika (2,0 Prozent).

Sophos‘ Spam-Rangliste für das zweite Quartal 2009

Rang Land Anteil in Prozent
1. USA 15,6
2. Brasilien 11,1
3. Türkei 5,2
4. Indien 5,0
5. Südkorea 4,7
6. Polen 4,2
7. China (inkl. Hongkong) 4,1
8. Spanien 3,4
9. Russland 3,2
10. Italien 2,8
11. Argentinien 2,5
12. Vietnam 2,3

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